Magdeburg: Gonzalo Galguera «Diva»
Gonzalo Galguera glaubt an die Bedeutung von Diven, auch an ihren glamourösen Lifestyle in einer global uniformierten Welt. Mit seiner für klassische Handlungsballette hervorragend aufgestellten Truppe verführt er das hingerissene Magdeburger Pub-likum in acht Szenen, die von zwei raunenden Zwischenspielen unterbrochen werden, zum Nachdenken über das Leben einer Diva.
Es ist keine bestimmte der legendären Damen gemeint, selbst wenn Anastasia Gavrilenkova, die mit Leah Allen als körperliche Sehnsuchtsfläche alterniert, auf einem lasziv roten Lippensofa wie Marlene Dietrich zwischen männlichen Verehrern posiert.
Das Symbol auf dem Portalschleier sagt fast alles: In der Regenbogenhaut eines menschlichen Auges rotieren Räderwerke als Zeichen für Verlangen und Projektion – für die Maschinerie, die Diven produziert, die Aufstieg, Zenit, Fall und Vergessen steuert. Galgueras Choreografie ist vor allem Gruppenbild mit Dame und einigen prägnanten Accessoires, ohne Lieben und Leiden. Stille Tableaus wechseln ab mit klar gefassten Ensembleszenen.
Viel Glanz, kein Elend: Nie überschreitet die Choreografie ihre mit diffuser Aura selbstgesetzten Grenzen. Das liegt am dunkel-sehnigen ...
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Tanz November 2018
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Roland H. Dippel
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