Loheland

Die Weimarer Republik träumte vom «Neuen Menschen», die Frau der Zwanziger Jahre von Freiheit. Eine kleine Rhön-Gemeinde träumte mit – und erneuerte die Gymnastik

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Die Wiedervereinigung hat einst als «Zonenrandgebiete» ausgewiesene Landschaften in die Mitte Deutschlands gerückt. Zum Beispiel Teile der hessischen Rhön, die nach dem Mauerfall von Kunst- und Kulturinteressierten neu entdeckt wurden. Nicht nur der Barock, auch die Moderne der Zwischenkriegszeit hat hier Spuren hinterlassen. Etwa Loheland, östlich von Fulda gelegen: eine Siedlung aus kleinformatigen Häusern, die in respektvollem Abstand voneinander mit Rasen, Blumen, dezenten Parkmöglichkeiten in den Wald hineingebaut worden sind. Und zwar unverkennbar in den 1920er-Jahren.

Das Örtchen zählt heute 70 Einwohner und wird von einer anthroposophischen Stiftung genutzt. Lebensreformerische An- und Absichten prägten auch seinen Anfang, denn gegründet wurde es 1919 von zwei Damen, die sich der «ästhetischen Bildung von Frauen» verschrieben hatten. Die Atem- und Bewegungslehrerinnen Louise Langgaard (1883 – 1974) und Hedwig von Rohden (1890 – 1987) gehörten selbst zu den Verfechterinnen kultureller Erneuerung – Aufbruch im Zeichen von Erinnerung und Esoterik. Vor dem Hintergrund zunehmender Rationalisierung, Technisierung, Industrialisierung traten Aktivisten auf den Plan, die eine ...

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Tanz Januar 2019
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Rita Pokorny

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Gera: «Intermediale Experimente am Bauhaus. Kurt Schmidt und die...