lloyd riggins
Neun Jahre alt ist der Knirps, der da im leeren Studio des New York City Ballet Klavier übt. Ein ziemlich alter Herr kommt hereingeschneit, scheint allerdings gar keine Notiz von ihm zu nehmen. Abends begegnen die beiden einander wieder, beobachten gemeinsam eine Vorstellung aus der Seitengasse der Bühne. «Spiel unbedingt weiter Klavier!», wispert der Mann dem verblüfften Jungen zu. Der antwortet schlagfertig: «Ich tanze auch, ich will Tänzer werden!» Da schüttelt Mr. B.
energisch den Kopf: «Musiker zu sein ist prima, Tänzer dagegen…!»
Jetzt ist es Lloyd Riggins, der lachend den Kopf schüttelt, wenn er an seine erste und einzige Begegnung mit George Balanchine denkt. Sechsunddreißig Jahre ist das her. In seinem Stammcafé, direkt um die Ecke der eigenen Wohnung in Hamburg-Eppendorf gelegen, hat sich der Tänzer auf einer Bank niedergelassen, einen Cappuccino bestellt, und erzählt eineinhalb Stunden von sich – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Immer hübsch durcheinander, dennoch ganz konzentriert. Seine zwei Kinder, fünf und acht Jahre alt, haben ihn zumindest an diesem Sonntag ausschlafen lassen. «Sonst müssen meine Frau und ich jeden Tag um halb sieben raus.» Zu wenig Schlaf, ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: menschen, Seite 18
von Dorion Weickmann
Ein stämmiger Mann (Wim Opbrouck) betritt missmutig die Bühne. Seine gestreiften Hosen lassen erkennen, dass er Mitglied einer Brass-Band ist. Er schließt einen DVD-Player an, nimmt ein Becken zur Hand und wartet auf seinen Einsatz in Wagners «Lohengrin»-Ouvertüre. Doch schon bald wird ihm langweilig, da die Musik für sein Instrument kaum Arbeit vorsieht. Als die...
Sie sind Mitglied des Kollektivs Superamas, das seit 1999 an choreografischen Performances arbeitet. Und jetzt unterrichten Sie auch.
O ja, diesen Sommer beim «ImPulsTanz»-Festival. Einmal gehöre ich zum Mentoring-Team bei «Danceweb», dem Stipendiatenprogramm des Festivals. Dieses Jahr gibt es da nicht einen Mentor, der für alle «Danceweb»-Teilnehmer verantwortlich...
Strömender Regen, doch wer ihn durchschreitet, bleibt trocken: Der «Rain Room» von rAndom International scheint ein geradezu magisches Event gewesen zu sein, den begeisterten Reaktionen der Besucher von 2012 auf Facebook oder Instagram nach zu schließen. Die Idee: 3D-Kameras zeichnen den Standort jedes Besuchers im Regenraum auf und leiten die Daten weiter an die...
