Licht der Weisheit

Charismatiker auf dem Theater, Asket im Alltag: eine Begegnung mit dem Tänzerchoreografen Saburo Teshigawara

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Nach der Vorstellung ins Bett fallen? Unmöglich. Viel zu aufwühlend war dieser Abend, um sofort Richtung Hotel abzubiegen. Stattdessen schlendert man zum Wasser und landet auf der Terrasse des Hotel Monaco Grand Canal. Ein Luxusdomizil, aber zumindest die Drinks sind auch nicht teurer als in den Bars und Cafés an der Piazza San Marco. Und schließlich gibt es als kostenlose Dreingabe einen traumhaften Blick auf die Basilika Santa Maria della Salute und Myriaden von Gondeln.

Als hätte Donna Leon das Drehbuch geschrieben
Es geht auf elf, als ein Honoratioren-Tross aufkreuzt: Damen in Nobelcouture, Herren in Schmuckuniform oder Designeranzug – als hätte Donna Leon das Drehbuch fürs Diner geschrieben. Mittendrin entdeckt das Auge drei Gestalten, die deutlich aus dem Rahmen fallen: Ein großer schlanker Typ mit kahlem Kopf, daneben ein Paar, das ihm knapp unters Kinn reicht. Kein Nachtschwärmer dreht sich nach dem Trio um, sein VIP-Status bleibt unbemerkt. Die Tanzbranche erzeugt nun mal nicht halb so viel Prominenz wie das Kino, das drüben am Lido alljährlich ein Filmfestival der Superlative ausrichtet. Demgegenüber ist die «Biennale Danza» ein bescheidener Player: Arbeitsplattform, die ...

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Tanz Mai 2023
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Dorion Weickmann

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Marguerite Donlon «Lorca»

So kann man sich natürlich auch gegen Kritik immunisieren. «Ich wurde geboren als Dichter, als Künstler. Lass’ mir meine Flügel» lässt Marguerite Donlon zu Beginn ihres jüngsten Tanzabends am Theater Osnabrück ein Zitat von Federico García Lorca einspielen und stellt so von vornherein klar: Es geht hier um Kunst, um etwas, das nicht fassbar ist mit den Kriterien...

Buch, CD, DVD 5/23

Sachbuch
VOLKSTHEATER 
Vor vier Jahren interessierte sich die Politik einmal für Ballett. 2019 fragte die AfD im Stuttgarter Landtag, welche Staatsangehörigkeit denn die Tänzer*innen an den öffentlichen Bühnen Baden-Württembergs hätten. Freilich, auf solch kulturfernes, ressentimentgeladenes Interesse könnte die Kunst auch verzichten, die Episode beschreibt aber...

«Die Tochter des Pharao»

Am Mariinsky in Sankt Petersburg herrscht auch in Kriegszeiten Business as usual. Mit einem Großaufgebot von mehr als 150 Tänzer*innen, Studierenden der Waganowa-Akademie und einem leibhaftigen Pferd ist dort gerade Marius Petipas «Tochter des Pharao» herausgekommen, in der Rekonstruktion des italienischen Tänzer-Choreografen Toni Candeloro. Seine eigene...