Laurent Chétouanes «Bildbeschreibung»
Es gibt am Theater Künstler, die werden nicht gefeiert, sondern leise zelebriert, weil es ihre bienenfleißige Melancholie stören könnte, geriete der Applaus zu kräftig. Ein «Theater der Enthaltsamkeit» hat man das genannt, was der verehrte Regisseur Laurent Chétouane hier treibt: ein «Theater der Entbehrungen» wäre richtiger.
Man nehme nur genügend willige Zuschauer, den aufrichtig deklamierenden Tänzer Frank James Willens und Heiner Müllers «Bildbeschreibung», schließe für zwei Stunden die Tür und überlasse den Meg-Stuart-Performer seiner selbst, stecke ihm ein Stück Kreide in die Hose, stelle ihm ein Schild mit der Aufschrift «himmel» auf den weißen Tanzboden und versperre ihm nicht den Zugang zu seinem Publikum, wo er sich mal die Hand eines Erstbänklers an seine Kehle legt oder mit seinen Schultern den Putz von der Wand schabt.
Müllers «Bildbeschreibung»: ein Text, der minuziös ein Bild freilegt, indem er nie über seine
Machart, immer über das Sichtbare spekuliert und sofort Mord und Totschlag vermutet, wo das Bild seine Deutung versagt. Bei Frank James Willens, dem Kalifornier in Berlin, der für Tomi Paasonen und Felix Ruckert tanzte, verselbstständigen sich am Anfang ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie heißen Sohel, Marc, Hok-Heng, Igor, Skali, Clochette und Julien. Sie sind Feuerwehrmann, Student, Verkäufer. Und treffen sich, so oft es geht, vor den schönsten Pariser Bauwerken, wenn sich dort ein paar hundert Quadratmeter ebener Asphalt finden. Sie trainieren mit Blick auf den Invalidendom, den Palais Royal oder in einer schicken Einkaufspassage. Und...
Der Choreograf des Centre chorégraphique national in Aix-en-Provence ist angeklagt, in vierzehn Jahren und 453 Aufführungen durchschnittlich 675 Euro pro Aufführung an Tantiemen für Interpreten hinterzogen zu haben. Zuzüglich Zinsen, Strafgebühren und Steuern ergibt das laut Spedidam schlappe 473 000 Euro, oder zehn Prozent des aktuellen Jahresbudgets. Wer ist hier...
The young Japanese theatre created by Toshiki Okada and his group chelfitsch is developed by means of a unique methodology involving everyday speech and gestures, challenging the rigid terms of conventional theatre. Okada, who was shortlisted for the Toyota Choreography Award – Discover Choreographers for the Next Generation with his piece “Air Conditioner,”...
