Charleroi: (La)Horde «To Da Bone»

Es gibt Tänze, die gäbe es gar nicht, wäre da nicht das Internet. Der Twerk gehört dazu, bei dem das globalisierte Girlie seine Hüftschwünge feiert. Die männlichen Antworten auf die Hypersexualisierung lauten Hardstyle,­ Tekstyle, Shuffle, Hakken und vor allem Jumpstyle. Da legt einer all seine Energie in eine Sequenz von einer halben Minute, filmt seine Heldentat, stellt das Video ins Netz und lässt es von anderen Jumpern liken und kommentieren. Der Jumpstyle stammt ursprünglich aus der Club-Szene von Belgien und den Niederlanden.

Seit 2005 schließen sich die Jumper zu virtuellen Battlesquads zusammen. 

Seither gibt es offiziell sogenannte Post-Internet-Tänze, nach dem Vorbild der Post-Internet-Kunst: Ein Stil entsteht direkt auf der virtuellen Bühne. Post-Internet-Tänze kreisen im Netz, springen aber auch in die analoge Realität. Dann kommt es, wie im Hip-Hop, zu realen Treffen und Battles. Nach ähnlichem Muster verlaufen auch Jumpstyle-Karrieren. Die ersten Videos entstehen in privater Umgebung. Dann wagt man sich in einen Park, wo es noch einen gewissen Sichtschutz gibt, schließlich explodiert der Jumpstyle auf der Straße.

Eines aber überrascht die Jumper-Szene: dass einige ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Abschied

Tanz- und Sportwissenschaftlerin an der Phillips Universität Marburg, ist am 28. April dieses Jahres nach schwerer Krankheit gestorben. Seit 2004 hatte sie dort als Professorin am Institut für Sportwissenschaft und Motologie gelehrt und als Wissenschaftlerin gearbeitet. Sie war Mitglied des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung, außerdem...

Amsterdam: Scapino Ballet Rotterdam «New Adventures» on tour

Zur Feier ihres 70-jährigen Bestehens hat die älteste Tanzkompanie der Niederlande, das Scapino Ballet Rotterdam, die Saison mit «New Adventures» eröffnet, einer groß angelegten Produktion aus Tanz, Live-Musik und Zirkuselementen. Seit 25 Jahren präsentiert die Kompanie unter der künstlerischen Leitung von Ed Wubbe Zeitgenössisches.

Martin Harriague ist einer von...

Anna Karenina

Der Blick ins Programmheft löst Beklommenheit aus: Tschaikowsky, Alfred Schnittke und Cat Stevens, Soft-Song-Ikone der 1970er-Jahre, sollen die musikalische Rahmung besorgen? Reichlich dissonante Mischung, die nichts Gutes ahnen lässt für die Aufführung, die gleich in Hamburgs Staatsoper anrollen wird. Drei Stunden später ist man bekehrt, und damit keineswegs...