Kraftstoff
Auf dem Land ist die Tankstelle am Dorfrand oft der einzige Rückzugsort für Jugendliche. Die Tankstelle, das ist der Ort, an dem Musik gehört wird, der Ort, an dem man Drogen nimmt, der Ort, an dem man sich verliebt und an dem man die Konflikte aushandelt, was auf dem Land auch mal heißt: mit Fäusten. Gleichzeitig ist die Tankstelle ein architektonisch liebloser Ort, ein Ort, der eigentlich nicht zum Verweilen gemacht ist, sondern dessen Gestaltung rein funktionell ist: Man soll tanken, bezahlen, sich vielleicht noch einen Kaffee to go holen.
Und dann wieder los, kein Warten, kein Ruhen, kein Aufenthalt. Ein Durchgangsort. Aber wenn die Dorfjugendlichen sich diesen Durchgangsort aneignen, als Ort für das Leben, dann hat das auch einen emanzipatorischen Wert, dann ist das auch eine ermächtigende Umdeutung von Räumen.
Amber Vandenhoeck hat so eine Tankstelle für «Kafka» von Antonio de Rosa und Mattia Russo ins Kleine Haus des Wiesbadener Staatstheaters gebaut. Und zwar in einer extra trüben Variante: Das Bauwerk besitzt gerade mal eine einzelne Zapfsäule, die Neonbeleuchtung flackert, Kunden sind nicht zu sehen. Immerhin, nach einer Weile dringt ein Lichtschein von der Seite durch ...
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Tanz Juli 2024
Rubrik: Produktion, Seite 4
von Falk Schreiber
Joaquín De Luz, Sie waren 20 Jahre als Tänzer in New York höchst erfolgreich, kehrten 2019 nach Spanien zurück, um die Compañía Nacional de Danza zu übernehmen. Was hatte sich seit Ihrem Weggang verändert?
Alles zum Schlechteren. Ich kam mit dieser großen Verantwortung zurück, etwas zurückzugeben. Ich dachte, es ist wichtig für uns, eine gute Karriere da draußen zu...
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