Kindheitstraum

Siegertreppchen? Eher nicht, trotzdem ist Jilou ein Ass, meint Tom Mustroph

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Jilous Weg zum Tanz begann vor dem Fernseher. Dreizehn Jahre jung ist sie und als Turnerin aktiv. Im TV sieht sie gemeinsam mit ihrer Mutter eine Breakdance-Crew – und ist sofort begeistert. Sie taucht ein in die Szene, erfreut sich an der Freiheit der Bewegungen und den schnellen Beats. Akrobatische Fähigkeiten, die ihr schnell einen Namen verschaffen, bringt sie vom Turnen mit. Später zieht sie von Köln nach Berlin. «Breaking-technisch ist die Stadt eine kleine Insel in Deutschland. Die Szene hier ist sehr stark und facettenreich», erklärte sie dem Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Seit ihrer Berufung in den deutschen Olympiakader ist sie auch medial ein Star, wird in nationalen Medien vorgestellt, die sich sonst kaum für Breakdance interessieren. Der Hype ist Folge der Olympia-Nominierung von Breaking durch das Internationale Olympische Komitee, das wie die meisten etablierten Institutionen darum kämpft, bei jüngeren Generationen Interesse zu wecken. 2028 in L.A. ist der Neuzugang allerdings nicht dabei. Trotzig kommentiert Jilou gegenüber dem Berliner «Tagesspiegel»: «Wir brauchen das IOC nicht, aber das IOC braucht uns.»

Andererseits stellt die olympische Bühne für sie die ...

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Tanz Juli 2024
Rubrik: Breaking Olympia, Seite 64
von Tom Mustroph

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