Einstürzender Himmel
Als man ihn tot auffand, war niemand sonderlich überrascht. Drogen, Suff, ein Leben im Exzess – Tennessee Williams hatte sich nie geschont und nichts verkniffen. Im Februar 1983 kam er im Hotel Elysée an New Yorks 54. Straße zu Tode. Mutmaßlich erstickt an einer Verschlusskappe von Nasen- oder Augentropfen, bis heute weiß man es nicht genau. Seine Hotelnachbarn waren Exzentriker und absturzgefährdete Berühmtheiten.
Marlon Brando zum Beispiel, der 1947 den Brutalo-Charmeur Stanley Kowalski bei der Uraufführung seines Südstaatendramas «Endstation Sehnsucht» verkörpert hatte und den Abstieg von den Höhen des Ruhms ins Tal der Zweit- oder Drittrangigkeit so wenig verkraftete wie er selbst. Immerhin galt Williams, 1911 als Thomas Lanier Williams III im Bundesstaat Mississippi geboren, in den 1940er- und 1950er-Jahren als ungekrönter König der US-Dramatik. Seine Biografen feierten ihn posthum gar als «The Man Who Queered Broadway». Aber nach dem Tod seines Lebensgefährten Frank Merlo sank auch Williams‘ künstlerischer Stern. Mit 72 Jahren war der Schriftsteller am Ende.
Noch im Jahr seines Todes kam beim Stuttgarter Ballett «Endstation Sehnsucht» heraus: grandios besetzt mit Márcia ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
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tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
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