Itzik Galili: «Different Stories»

in Kiel

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Mit flügelartig ausgebreiteten Armen springen die Tänzer hoch ins Licht. Geblendete Falter, gefangene Freiheitssucher, eingeschnürt in gefältelte Korsette wie fahle Zwangsjacken. Itzik Galili erzählt als Gastchoreograf des Balletts Kiel seine «Different Stories» vornehmlich im Dunkeln. Weiße Scheinwerferstrahlen von schräg oben oder von der Seite, ausgeklügelt platziert vom Lichtdesigner Yaron Abulafia, holen die Körper aus der Finsternis, die sie für kurze Zeit entlässt und wieder verschluckt. Schon der Titel des so rasanten wie beklemmenden Finalstücks «Until.With/Out.

Enough» zu Henryk Góreckis «Streichquartett Nr. 2» vermittelt die Widersprüche. Die Gruppe ist zwar im Amoklaufen stark, aber gefangen und vereinzelt. Sie ist am Ende, ewiges Rennen im Kreis, das stimmlose Gerede ins Leere hat sie satt.
Andeutungsweise wird klar, dass der in den Niederlanden lebende Israeli die zerrissene Heimat und die Freiheitskämpfe in seinen tänzerischen Studien als ein Unterdrückungssystem zeichnet. Der bald 50-Jährige war einst Soldat in den israelischen Streitkräften, hat ein schwarzes Bild von der Wirklichkeit und reflektiert an diesem stellenweise bedrückenden Abend mit vier elegant ...

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Tanz Februar 2010
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Klaus Witzeling

Vergriffen
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