Internet/Buch/CD/DVD 3/21
Buch
WIENER MODERNE
lys X. George, Germanistin mit Sitz New York, hat die Alte Welt zur Zeit der Jahrhundertwende begutachtet und ein Buch geschrieben, das den ebenso fetischisierten wie tabuisierten Körper zum Epizentrum des Aufbruchs macht: «The Naked Truth: Viennese Modernism and the Body» ist ein Glücksfall. Selten ist wissenschaftliche Literatur derart gut recherchiert, kombinationsfreudig geschrieben und obendrein so lesbar, dass man sie getrost zu später Stunde zur Hand nehmen kann.
George holt weit aus, bevor sie im letzten Viertel ihrer knapp 400 Seiten starken Darstellung zum Tanz vorstößt. Ihm gehen künstlerische Zurschaustellungen des Körpers, literarische Bearbeitungen und das medizinische Regiment voran, samt seinen psychologischen Überschreibungen. So präpariert, landet die Leserin bei «The Body in Motion: Staging Silent Expression» – und mitten in die zeitgenössische Diskussion um eine Krise der Sprache, die allen Spielarten der Körperkunst zum Vorteil gereicht: Was sich nicht mehr sagen, schreiben, formulieren lässt, findet sich in Pantomime, Tanz und Stummfilm übersetzt. Natürlich spannt George den Bogen von Hofmannsthal bis zu den Wiesenthals, aber die ...
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Tanz März 2021
Rubrik: Medien, Seite 44
von
Die erste Berührung: Sie klebt ihm ein Nikotinpflaster auf den Bauch. Die zweite: Sie schreibt ihm ihren Namen auf den Unterarm. Die dritte: Beide legen die Handflächen aneinander, und er ist sichtlich überrascht, dass ihre Hände nicht kleiner sind als seine. Zärtlich also geht es zu, als der 20-jährige Paul (Fionn Whitehead), obdachlos, auf Bewährung und eben noch...
Mit diesem Statement hoffen wir, die Tänzerinnen und Tänzer des Mecklenburgischen Staatstheaters, das öffentliche Bewusstsein für die Lebensrealität von Tänzerinnen und Tänzern in Deutschland zu schärfen und aufzuzeigen, was es bedeutet, in Deutschland als Tänzer bzw. Tänzerin quasi komplett ersetzbar zu sein.
Wie Millionen anderer Menschen weltweit haben wir im...
BLACK DANCERS
In den USA ist er eine Berühmtheit, der 2003 in New York verstorbene Al Hirschfeld. Sein Erbe, unzählige Karikaturen, werden kuratorisch ständig neu sortiert, etwa unter dem Titel «Amplified Dignity – Black Dancers Drawn by Hirschfeld». Diese zauberhafte Kollektion von Josephine Baker (1935) über Sammy Davis Jr. (1978) bis hin zu Judith Jamison...
