Imperium
Carsten Brosda, Sie sind seit 2011 in Hamburg. Was war Ihr erster Kontakt mit dem Hamburg Ballett?
Zunächst war ich ja für Medien zuständig, und damals war das Ballett auf einer Senatsveranstaltung Teil des Abendprogramms. Richtig intensiv wurde meine Beschäftigung mit dem Hamburg Ballett ab 2016, als ich als Staatsrat in die Kulturbehörde gewechselt bin und dann auch unmittelbar Verantwortung für das Ballett übernommen habe.
Wenn ich mir Ihre Biografie anschaue, bekomme ich den Eindruck, dass das Ballett nicht unbedingt Ihr zentrales Feld ist …
Das ist nicht ganz falsch. Ich bin zwar aufgewachsen mit dem Ballett Schindowski am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, das habe ich mir aber eher laienhaft angeguckt und mich nicht professionell damit beschäftigt. Persönlich habe ich meine Tanzschule nach dem Grundkurs abgebrochen, aber eher aus kulturellen, weniger aus tänzerischen Gründen.
Und jetzt?
Ich finde faszinierend, was für eine Bandbreite an Ausdrucksformen der Tanz bietet. Ich habe auch das Gefühl, dass in den performativen Künsten der Tanz in allen Variationen und Facetten, also vom klassischen Ballett bis zu den avantgardistischen Spitzen, nochmal eine neue Dimension ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: John Neumeier, Seite 116
von Falk Schreiber
1979. Zum ersten Mal tritt im Théâtre de la Ville in Paris eine unbekannte deutsche Gruppe unter der Leitung einer unbekannten deutschen Choreografin auf. Dieses fremde Ensemble von Tänzer*innen und Schauspieler*innen der «Opera de Wuppertal» aus einer – damals für mich und fast alle anderen – unbekannten deutschen Stadt präsentiert die zwei Stücke «Blaubart» und...
«Er ist die große Ausnahmeerscheinung unter den Ballettschöpfern seiner Generation: ein Romantiker par excellence, ein Träumer, ein Poet, in einer Welt lebend, die von Fabelwesen und Fantasiegestalten bewohnt wird, von Harlekinen und Clowns, von weisen Narren und närrischen Weisen, von Geschöpfen, deren Seele so empfindlich ist, dass sie sie hinter Masken und unter...
John Neumeier ist schon seit sehr langer Zeit ein zentraler Teil meines Lebens. Mit 17 bekam ich die Gelegenheit, in Kopenhagen zu studieren. Zufälligerweise war die erste Performance, die ich dort sah, Johns «Matthäus-Passion». Ich war komplett sprachlos. Sofort war mir klar, dass ich in Europa bleiben und diese faszinierende neue Welt dort kennenlernen wollte....
