Hoffnungsträger: Michiel Vandevelde
Michiel Vandevelde hat etwas Unheimliches. Geniehaftes. Er schreibt, kuratiert, gründet Formate, choreografiert. Beim Produktionshaus fABULEUS im belgischen Leeuwen, das Kinder und Jugendliche mit professionellen Theatermachern zusammenbringt, erlebte er sein coming of age. Bei P.A.R.T.S. hat er studiert, in Magazinen und auf Festivals dekliniert er Diskurse. Bis 2021 ist er artist in residence beim Brüsseler Kaaitheater, in Deutschland fördert PACT Zollverein seine Arbeiten.
Vandevelde scheint in der Tradition von Da Vincis Universalismus und dem Allesfresser-Duktus eines Gesamtkunstwerkers zu stehen. Und auch etwas von der diskreten Hingabe der Jugendlichen, mit denen er «Paradise Now (1968 – 2018)» inszeniert hat, strahlt er selbst aus. Wenn sie 40 Jahre aus der Mediadatenbank zum Weltgeschehen zwischen Pop und Politik enacten, um letztlich bei den 68er-Idealen des Living Theatre zu landen, pumpen sie sich weder auf, noch gehen sie auf Distanz: Sie lassen sich weit genug ein, um die Energien des Materials zu spüren, aber sie eignen sich die Szenen nicht an. Kein (Anti-)Identifikationspathos.
Pathos gibt es bei Vandevelde trotzdem. Kaum jemand aus der jüngeren, diskursaffinen ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 176
von Astrid Kaminski
Manche Werke sind uns heilig. Sie entzünden die Fantasie, verzaubern das Publikum seit Generationen. So verhält es sich mit «Giselle», von Théophile Gautier zu Papier gebracht, 1842 uraufgeführt. Gautier, ein Pariser Luxus-Dandy und rauschmittelseliger Bonvivant, zählte nicht nur zu den produktivsten Ballettlibrettisten des 19. Jahrhunderts. Vielmehr beschrieb er...
Einen konkreten Talisman oder Glücksbringer, so was habe ich eigentlich nicht. Ich knüpfe den Erfolg meiner Vorstellungen nicht so gerne an etwas Äußerliches, denn letztlich kann nur ich selbst meine Auftritte steuern.
Aber eine persönliche Routine vor jedem Vorstellungsbeginn habe ich schon. Die letzten beiden Stunden vor dem Auftritt sind mir sozusagen heilig....
In Paris war es eine gute Spielzeit für Liebhaber von Tschaikowskys «Schwanensee», für die Fans, die sich nicht sattsehen können an diesem choreografischen und musikalischen Monument und darauf brennen, die psychoanalytisch verankerte Nurejew-Fassung von 1984 immer wieder auf ihre Schlüssigkeit hin abzuklopfen. Der damalige Ballettchef schuf ein höllisches Quartett...
