hillel kogan
«We Love Arabs» – was für ein plakativer Titel für ein Tanzstück zu einer Zeit und an einem Ort, da Toleranz zwischen jüdischen und arabischen Israelis unablässig auf dem Prüfstand steht, von Liebe ganz zu schweigen! An einem Ort, wo diejenigen, die sagen, sie hätten einen arabischen Freund, in der Regel meinen, dass sie einen coolen Laden kennen, wo es supergutes Hummus gibt ...
Hillel Kogans Duett mit Adi Boutrous (auf dem Foto links), einem christlich-arabischen Tänzer, hinterfragt politisch korrekte Konventionen, indem es scheinliberale Heuchelei bloßstellt und sich dazu frech einer Dialektik der Selbstgerechtigkeit bedient. Mit Nadelstichen traktiert Kogan den weichen Bauch der florierenden unabhängigen Tanzszene, der er selbst angehört. Auch Ohad Naharins sonderliche Trainingsmethode Gaga wird nicht verschont.
Kein Tanzstück der letzten Jahre hat meines Erachtens die Szene mit beißendem Humor und gesellschaftspolitischem Scharfsinn ähnlich pointiert aufs Korn genommen. «We Love Arabs» nutzt das Format der Stand-up-Performance für seine gewichtige Thematik – und ruft laute, unfreiwillige Lacher hervor.
Hillel Kogan, ein nüchterner Cunningham-Schüler und ehemaliger Tänzer in ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 160
von Ora Brafman
John Neumeier, wie umfangreich ist Ihr gesamtes Werk zurzeit?
Wenn wir von Choreografien sprechen, umfasst mein Werk derzeit 152 Choreografien, hier vor allem größere Handlungsballette, aber auch kürzere Arbeiten. Des Weiteren habe ich für viele meiner Ballette die Kostüme kreiert, das Lichtkonzept entwickelt und die Bühnenbilder entworfen, auch daran habe ich die...
Einer der hammerharten Sprüche des samoanischen Theatermannes und Choreografen Lemi Ponifasio geht so: «Gott mag die Künstler nicht, weil sie selbst Schöpfer sind.» Was er da sagt, zeugt von absolut unerschütterlichem Selbstbewusstsein und einer Freigeisterei, die man angesichts der blitzblank-schönen Oberfläche seiner Stücke erst einmal nicht vermuten möchte....
Tanz hat etwas von Totengräberei: Wir beschwören die Toten und hoffen auf das Leben. In diesem Paradox scheinen die zwei Seiten des Tanzes auf: Einerseits lebt er von der Tradition, andererseits ist er nicht, oder jedenfalls nur schwer zu bewahren. Manchmal denke ich sogar, dass man ihn gar nicht bewahren sollte, weil er so vom Moment lebt und so gesehen schon die...
