Hannover: Jörg Mannes, Mauro Bigonzetti «Nevermore – ein Abend für Edgar Allan Poe»

Kein «Nevermore». Der Rabe, der an der Kasse der Staatsoper Hannover sitzt, bleibt stumm. Schließlich soll ja nichts verraten werden über den «Abend für Edgar Allan Poe», in dem sein «Nevermore» nach der Pause angeblich eine Rolle spielt. Mauro Bigonzetti nennt so jedenfalls sein Ballett, dem Mozarts Sinfonie in g-Moll KV 183 als musikalischer Background dient. Es könnte auch anders heißen. Kein Vogel weit und breit. Keine Flattergeräusche wie zuletzt in «Dogs Sleep» von Marco Goecke an der Pariser Opéra.

 

Nichts, was auf das inspirierende Poe-Poem «The Raven» hätte hindeuten können. Stattdessen Tanz von der abstrakteren Art, ganz klassisch auf Spitze gesetzt, ohne dass darüber die Schwärze, das Abgründige der Vorlage völlig verloren geht. Keilförmig marschiert das Frauen-Corps auf, kaum dass sich Denis Piza auf dem Proszenium aufgerappelt hat. Die Vorhut des Todes, als welcher sich später Giada Zanotti offenbart? Am Ende steht die Tänzerin auf dem Liegenden und scheint mit ihrem Fuß seine Brust zu durchbohren. Ein starker Schluss, dessen Bedrohlichkeit all die Ballett-Beliebigkeiten zuvor vergessen macht.

Piza spielt auch im ersten Teil, in «Grotesque & Arabesque», eine alle ...

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Tanz April 2019
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz