hannover: Jörg Mannes: «Der Kuss – Rodin und Claudel»

«Rodin und Claudel» lautet der erweiterte Titel, nach dem Pariser It-Couple an der Wende zum 19. Jahrhundert, nach dem Bildhauerpaar Auguste Rodin und Camille Claudel, oder nach Isabelle Adjani und Gérard Depardieu in dem Film «Camille Claudel» von 1988. Man sieht zunächst diesen ganz einfachen Plot: Junge Bildhauerin verliebt sich in älteren Meister, erobert ihn mit Lust. Der sieht dann zu, wie sie sich in ihrer Eifersucht verliert, ihre Kunst zerstört, die Welt vergisst, in einer Anstalt endet.

Man sieht: eine emanzipierte Frau im Umfeld der männlichen Fakultät, die den Stein beherrschen will, um das Harte nach eigenem Maß zu gestalten. Genau das auch war Camilles Wunsch: den Mann für sich zu formen. So etwas ruft doch nach romantischem Ballett.

So etwas ist ein wahres Märchen für den Storyteller Jörg Mannes, dem ein Kunstgriff besonders gelingt: Immer wieder fahren die Hände von Rodin (Denis Piza) über die Körper der Tänzerinnen, so wie Isadora Duncan es in ihrer Zeit beschrieb: «dass der Marmor unter seinen Händen wie geschmolzenes Blei zu fließen schien». Diese Hand dirigiert das Ballettensemble, das Alexandra Pitz in skulpturale Korsagen kleidet. Wie in Rodins Pariser Atelier ...

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Tanz Januar 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Arnd Wesemann

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