Gent On Tour: «Fruits of Labor»
Diesmal zeigt sie ihr Gesicht. Und sie betört mit rockiger Stimme. Miet Warlop wechselt in ihrer jüngsten Produktion «Fruits of Labor», die beim «Internationalen Sommerfestival» in Hamburg Deutschlandpremiere feierte, von der anarchisch bunten Splattershow ins düstere Hard-Rock-Ambiente.
Versteckten sich zuletzt in ihrem Erfolgsstück «Mystery Magnet» noch seltsam gesichtslose Wesen unter riesigem Perückenmopp, so steht die belgische Performancekünstlerin nun im eng anliegenden schwarzen Overall lächelnd am Mikrofon im Rampenlicht, umgeben von vier coolen Jungs, die sich eigens für dieses Stück zu einer Band zusammengefunden haben. Hier wird echtes Haar geschüttelt, Hände greifen fest in die Gitarrensaiten oder schlagen ekstatische Trommelwirbel. Gleich mehrere Drum Kits zieren die Bühne. Dazwischen ein weißer Styroporblock, der wie ein gigantischer Monolith den Raum beherrscht, der vom Tanzpodium zum Märtyrerkreuz mutiert, sobald sich der Gitarrist an die zuvor selbst eingeschlagenen Pflöcke hängt.
Rockband funktioniert immer. Vor allem wenn man so treffsicher und dabei subtil ironisch wie Miet Warlop die Klischees auszuspielen versteht: die Posen, die leicht schleppenden ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Irmela Kästner
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