Generation Selfie
Was ist Ruhm für einen Tänzer? Möglichst viele Galas, die meisten Klicks für ein YoutTube-Video, Modeaufnahmen für die «Vogue», der Sprung ins Filmgeschäft? Oder ist es die lange Bühnenkarriere, die Kreation neuer Rollen als Muse eines Choreografen, der ominöse Titel der Primaballerina Assoluta? Spielt der Nachruhm – wer ist in 50 Jahren noch berühmt? – eine Rolle, die höchstmögliche Gage? Warum reicht es scheinbar nicht mehr, Erster Solist in einer großen Kompanie zu sein, mit mehr oder minder namhaften Choreografen zu arbeiten und die großen Rollen z
u tanzen? Wieso rennt ein 21-jähriger Sergei Polunin aus der Probe und kündigt noch am gleichen Tag beim Royal Ballet London?
Das Misty-Copeland-Phänomen
Der Weltruhm eines guten Tänzers ist nicht mehr wie noch vor einem halben Jahrhundert von schwärmenden Kritikern und Schwarz-Weiß-Bildern in der Zeitung abhängig. Der Künstler hat heute fast alle PR-Mittel selbst in der Hand, um ohne verzögernde Filter durch Presseabteilungen oder Fachredakteure direkt (und ganz subjektiv) mit seinem Publikum zu kommunizieren. Via Facebook, Twitter, YouTube und Instagram definieren Tänzer ihre Marke, ihre Erscheinung – und erhalten umgekehrt ein ...
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Newcomer: Karol Tyminski
Acht Jahre Ballett in Warschau, zwei Jahre zeitgenössischer Tanz bei P.A.R.T.S. in Brüssel, fast vier Jahre in der Welt von Trisha Brown und Bill T. Jones in New York, seit sechs Jahren in Berlin in der zeitgenössischen Queer- und Technoszene: In diesen zwanzig Jahren wurde aus einem biegsam federnden Ballettkörper ein Komponist, der seine...
Hofesh Shechter
Andere machen Uraufführungen, dieser Choreograf hat‘s am liebsten als Gesamtkunstwerk. «Grand Finale» heißt der neueste Trip, auf den er das Publikum schickt. Was es zu sehen kriegt? Zehn Tänzer, «eine Welt im freien Fall» dank mannigfaltiger Erschütterungen im «Zeitalter der Extreme», als Zugabe Live-Musiker, die das passende akustische Armageddon...
Der junge Henry Tudor ist ein Bild von einem Mann – groß, sportlich, dazu noch gebildet und künstlerisch ambitioniert. Er ist noch keine 18 Jahre alt, als er zum englischen König gekrönt und damit zu Heinrich VIII. wird. Wie Macht und Machtmissbrauch aus dem jungen, strahlenden Hoffnungsträger einen 160 Kilo schweren, mörderischen Tyrannen machen, zeigt Jörg Mannes...
