Furchtlos

Von einer Zeit, in der sich der Tanz immer mehr Freunde schuf, und die Medien immer öfter zum Feind erklärt wurden, erzählt Arnd Wesemann

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1997 wurde ich frisch gebackener Redakteur der renommierten Tanzzeitschrift «ballett international/tanz aktuell». Damals erschien sie in zwei Sprachen, auf Deutsch und Englisch, und wurde in die ganze Welt hinein vertrieben. Es war eine Welt, die in Großbritannien gerade den Tod von Prinzessin Diana betrauerte, die in Albanien und Mazedonien einen Bürgerkrieg zu verhindern versuchte, die das Land Zaire in die Demokratische Republik Kongo umbenannte, die in Ägypten mehrere Attentate auf Touristen erlebte und Hongkong offiziell an die Volksrepublik China verlor.

All das schienen ganz normale Verschiebungen in der politischen Tektonik zu sein, Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall der Sowjetunion, der Russland wieder auf die internationale Charta setzte. Diese Zeit, in der man in der heute aberwitzig erscheinenden Hoffnung lebte, dass Links gegen Rechts, West gegen Ost, Nord gegen Süd, Muslime gegen Christen, Weiß gegen Schwarz, USA gegen China der schmelzende Schnee von gestern sei – diese Zeit nannte man Postmoderne.

Es war die Zeit (nicht ohne Internet, aber sie tickte noch lange Jahre analog), als so bekannte Tanzkritiker wie Jochen Schmidt von der «Frankfurter ...

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Tanz Mai 2024
Rubrik: 30 Jahre tanz, Seite 59
von Arnd Wesemann

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