Freiheit
Wenn die Körperspannung nachlässt, tiefes Durchatmen einsetzt, der Blick alles, was hinter dem Horizont sein mag, zu durchdringen scheint, Wärme im Körper aufsteigt, wenn sich die Kiefermuskeln entspannen und das eigene Lächeln sachte spürbar wird … Das ist es, was ich intuitiv mit «frei sein» verbinde.
Freiheit geschieht. Nach einer langen Steigung beim Wandern, wenn einem eine Last von den Schultern fällt, oder – ohne Berg und Last – wenn man sich frei tanzt.
Doch wie viele widmen ihr Leben dem Tanz aus dem Impuls heraus, frei zu sein? Sie zahlen dafür, wie alle anderen Künstler auch, einen Tribut, der oft fälschlicherweise als Selbstausbeutung bezeichnet wird.
Das Wort Freiheit weckt Sehnsucht. Es gibt den Spruch: Frei sein wie ein Vogel. Aber ein Vogel ist wahrscheinlich nicht freier als wir. Er kann nur fliegen, was für den Vogel normal ist. Sein Tribut: Er muss dafür täglich oft das Doppelte an Eigengewicht als Nahrung zu sich nehmen. Sonst verhungert er. Dann ist es mit dem Fliegen vorbei.
Der Choreograf muss ebenfalls essen und Miete zahlen, und wer nicht im institutionellen Theaterbetrieb landet, hat die Möglichkeit, durch viel Initiative ein Einkommen aus verschiedenen ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von David Brandstätter
Über dem Graben liegt eine kreisrunde Scheibe, und das Orchester sitzt auf der Bühne. Ein junger Mann in Weiß kommt aus dem Zuschauerraum dazu, tippt zögernd auf die leere Spielfläche, als wäre es brüchiges Eis. Allmählich erobert er sich seine Bühne, andere junge Männer in cremefarbenen zeremoniellen Röcken (gestaltet von Albert Kriemler) gesellen sich zu ihm –...
Sage und schreibe sechs Bartträger auf der Bühne – das war einsamer Rekord beim Berliner Festival «Tanz im August». Errungen hat ihn das schwedische Cullberg Ballet mit «Figure a Sea»: Choreografie von Deborah Hay, Komposition von Laurie Anderson. Was nicht zuletzt jede Menge Künstlerkollegen ins Haus der Berliner Festspiele zog, schließlich handelt es sich bei den...
deutschland
On tour
Die Compagnia Aterballetto aus Reggio Emilia tanzt Choreografien von Giuseppe Spota, Andonis Foniadakis, Michele di Stefano und Philippe Kratz (siehe S. 36): Ludwigsburg, Forum am Schlosspark, 20. Okt.; Aschaffenburg, Stadthalle am Schloss, 23. Okt.; Neuss, Stadthalle, 26. Okt.; Ludwigshafen, «Festspiele», 29. Okt.; aterballetto.it
Aachen
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