Festlich
Das Ballett Vorpommern knackt diesmal nicht die Nuss. Das hat es seit 1999 immer wieder einmal getan. Stattdessen zeigt das Ensemble als ultimatives Festtagsprogramm «Weihnachten – Das Ballett», d. h. einen «Bunten Teller», wie Ralf Dörnen sagt, den er mit Besinnlichem und Berührendem, Kuriosem und Kurzweiligem bestückt.
Klar, dass sich das Weihnachtsoratorium unter den Gaben findet, und das auszugsweise gleich doppelt von Johann Sebastian Bach und Camille Saint-Saëns.
«Oh Tannenbaum» erklingt allerdings in einer kubanischen Version, und auch die «Jingle Bells» verhallen anders. Ob der Wunsch der Weather Girls («Bring me a Man This Christmas») in Erfüllung geht, wird sich allerdings erst am Heiligen Abend zeigen. Im Vorfeld hält sich der Choreograf jedenfalls bedeckt. Schließlich birgt der «Boléro» von Maurice Ravel ja eine Überraschung. Doch davon mal abgesehen: Ist nicht die Vorfreude ohnehin die schönste Freude?
Wieder am 2., 8., 14., 26. Dez. in Greifswald, am 6., 16., 22., 23. Dez. in Stralsund, am 20. Dez. in Putbus; www.theater-vorpommern.de
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Side Step, Seite 22
von Hartmut Regitz
CD des Monats: Strawinsky, Hindemith
Früher haben sich Musiker als Grußbotschaft gelegentlich einen Kanon zugeschickt. Paul Hindemith tat das gern und hat auf diese Weise Igor Strawinsky zu seinem 75. gratuliert. Der wiederum fühlte sich davon im höchsten Maße beglückt – und komponierte postwendend auf die gleiche Art.
Beide Kanons finden sich nicht auf dem...
In Russland pflegen Revolutionen von Sankt Petersburg auszugehen. Das gilt auch für das Ballett. Das, was man mit dem heute schon fast wieder in Vergessenheit geratenen Begriff «Perestroika» bezeichnet – die politische und kulturelle Öffnung, die Staatschef Michail Gorbatschow 1986 für die Sowjetunion einleitete –, vollzog sich in der russischen Ballettwelt...
Schon beim Ballett «Le Sacre du printemps» gab’s die Musik nur am Klavier. Und auch für «Beethovens Neunte» wählt Mauro de Candia eine Transkription, und das aus innerer Überzeugung – und nicht etwa aus praktischen Erwägungen, weil das Original mit Orchester, Chor und Gesangssolisten an einem Theater wie dem von Osnabrück als Repertoire-Aufführung kaum machbar...
