edward clug
«Exactly.» Das Lob geht Edward Clug leicht über die Lippen. Immer wieder fällt das Wort, während er – unter den Augen eines großen Cranko-Fotos – völlig unverkrampft fürs Stuttgarter Ballett ein neues Stück erarbeitet. Noch ist es im Entstehen. Noch weiß der 40-Jährige nicht, wo es ihn am Ende einmal hinführen wird. Aber die Art und Weise, wie Friedemann Vogel und Marijn Rademaker, wie Evan McKie und Constantine Allen sein Bewegungsmaterial umsetzen, scheint ihm zu gefallen. Sicher, an der Dynamik könnte etwas verbessert werden. Der Geste fehlt eine gewisse Härte.
Doch die stellt sich nach den ersten Wiederholungen allmählich ein. Ein abschließender Durchlauf zu eingespielter Musik, und schon ist Clug einen Schritt weiter.
Kaum vorstellbar, dass das alles neu sein soll, so schnell geht das. Doch nach der Probe versichert mir Clug glaubhaft, dass alles spontan entstanden ist. «Ich lasse mich ganz auf den Augenblick ein», sagt er. «Und damit meine ich: auf die Menschen, die vor mir stehen. Sicher, ich kenne die Musik. Ihr Klang ist mir in einer Computeranimation vertraut. Aber ich möchte erst einmal eine choreografische Situation schaffen, in die ich sie später einpasse. Mein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2014
Rubrik: menschen, Seite 16
von Hartmut Regitz
Aszure Barton? Nie gehört. Neuss und St. Pölten waren die einzigen Gastspiele von Aszure Barton & Artists im deutschsprachigen Raum. Da breitet sich der Ruhm nicht unbedingt in die nächstgelegenen Metropolen aus und schon gar nicht darüber hinaus. Es braucht professionelle Spürnasen wie Bettina Wagner-Bergelt, als stellvertretende Direktorin des Bayerischen...
«Ich habe schon als Kind gezeichnet. Meine Mutter rief es mir erst kürzlich wieder ins Gedächtnis.» Vor zehn Jahren begann der Choreograf Angelin Preljocaj regelmäßig zu malen. Erst mit Acryl, bis er den Spaß an Ölfarben entdeckte. «Die sind wie lebende Organismen, man kann ihnen über mehrere Tage dabei zusehen, wie Farbtöne und Materie sich verändern, gerade wenn...
Scheffer ist an sich kein lustiger Name. Ausnahme: Wenn in der Fernsehserie «Mord mit Aussicht» der biedere Polizist «Mann, Mann, Mann, Chef!» in Richtung seiner Chefin mault und die mit einem schärferen «Scheffer» kontert. Klang, Kontext und die Fallhöhe zur Realität machen den Witz. So funktioniert auch die «Chefferie» im neuen Stück von Gintersdorfer/Klaßen, das...
