Edward Clug «Coppélia»
Bei der Arbeit an «Coppélia» war für Edward Clug eines ganz klar: «Pretty was not enough for me», sagt der Choreograf. Entsprechend ist sein Ballett zwar grazil und elegant, nimmt im zweiten Akt aber einen unerwartet dramatischen Verlauf. Clug unterstreicht damit die spannungsvolle Beziehung zwischen dem klassischen Handlungsballett und moderner Robotik. Mit winzigen Schritten trippelt die Puppenfrau Tana Rosás Suñé über den überdimensionierten Bilderrahmen im Bühnenbild von Marko Japelj und sieht dabei aus wie eine süße Cocktailkirsche oder eine Figur von Oskar Schlemmer.
Ihre Bewegungen sind leicht eckig, sodass die Tänzerin einer belebten Maschine gleicht. Ganz anders ihre Gegenspielerin Swanilda (Gaia Mentoglio), die ihrem in Coppélia verliebten Bräutigam Franz (Daniel Rodriguez Domenech) den Marsch bläst und mit ihm nach Herzenslust tanzt. Die akrobatisch gefärbten Duos und Gruppentänze des Balletts Basel wirken frisch und federleicht, folkloristische Elemente wie Mazurka oder Csárdás bleiben trotz Stilisierung erkennbar.
Der zweite Akt rückt die mechanische Puppenwelt und die Menschenversuche von Coppélius in den Mittelpunkt. Léo Delibes’ Musik wird hier durch ...
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Tanz Mai 2023
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Martina Wohlthat
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