Dünnhäutig
Joaquín De Luz, Sie waren 20 Jahre als Tänzer in New York höchst erfolgreich, kehrten 2019 nach Spanien zurück, um die Compañía Nacional de Danza zu übernehmen. Was hatte sich seit Ihrem Weggang verändert?
Alles zum Schlechteren. Ich kam mit dieser großen Verantwortung zurück, etwas zurückzugeben. Ich dachte, es ist wichtig für uns, eine gute Karriere da draußen zu machen und dann zurückzukehren, falls wir die Gelegenheit dazu bekommen. Mein Leben war in den USA.
Ich bin so jung von hier weggegangen und war so lange dort, dass ich das System sehr gut kenne und mit einer Mission zurückgekommen bin. Dann habe ich erkannt, dass ich mein Land nicht kenne. Es ist ein wunderbares Land – aber wenn man einmal ins System einsteigt und Teil davon wird, dann bemerkt man die Störungen.
Wo liegt das Problem?
Die Kompanie jedenfalls ist heute viel größer als je zuvor. Auch das Repertoire ist größer. Als Nacho Duato – damals schon ein sehr profilierter Künstler – 1990 die Direktion antrat, übernahm er eine klassische, eher mittelmäßige Kompanie. Er hat sie ins internationale Rampenlicht gebracht, aber dazu musste er drastische Veränderungen vornehmen. Und dann hat das Ministerium nach vielen ...
Er gehört zu den vielen spanischen Tänzern, die im Ausland Karriere machten: Nach der Ausbildung an der traditionsreichen Schule von Victor Ullate ging Joaquín De Luz in die USA, wurde Solist beim American Ballet Theatre und gehörte danach 16 Jahre lang als Principal Dancer zum festen Stamm des New York City Ballet. 2019 kehrte er nach Spanien zurück und übernahm die Leitung der Compañía Nacional de Danza (CND), die er im August abgeben muss.
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