Die sieben letzten Worte

Zwei Tanzstile, zwei Choreografen: Hip-Hop von Raphael Hillebrand und Ballett von Antoine Jully in Oldenburg. Das ergibt eine Melange – Ballet Hop

Dem Norden Deutschlands wird gern nachgesagt, er halte es nicht sonderlich mit dem Volksglauben, mehr mit dem christlichen Credo. Das religiöse Sujet hält sich hier oben, wo es kälter und flacher ist als im deutschen Süden, durchaus hartnäckig. Die gern beschworene Wiederkehr des Christenglaubens – ein Mega-Trend nachhaltiger Frömmigkeit –, währt hier praktisch seit John Neumeiers Hamburger «Matthäus-Passion» von 1980 und aktueller: seinem «Weihnachtsoratorium I–VI», das auch pünktlich zu Weihnachten wieder in Hamburg zu sehen sein wird.

Aktuell gibt’s Erbauliches aus der Ballettwelt zudem von Jutta Ebnother, penibel getupft ihre «Schöpfung» von Joseph Haydn in Schwerin (siehe S. 45), und dazu nun einen weiteren Haydn, ebenfalls im Dienste des Christentums: «Die Sieben letzten Worte» in Oldenburg. 

Religion und Effizienz

Dabei ist Oldenburg weniger eine fromme, eher eine fortschrittliche Stadt, die gerade sehr geldwert, also nachhaltig, von der Energiewende lebt. Da macht es Sinn, wenn Antoine Jully, der hiesige Chefchoreograf, das Osterkreuz Jesu in Form eines Hochspannungsmastes für eine Überlandstromtrasse entworfen hat. Das mächtige Gitterstrebenkreuz steht bühnenfüllend über ...

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Tanz Mai 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Arnd Wesemann