Kopenhagen: Gregory Dean «Blixen»

Mit «Cinderella» gab Gregory Dean, seit 2013 Principal Dancer beim Königlich Dänischen Ballett, sein Choreografie-Debüt in Kopenhagen. Sensationell war das nicht, und insofern bleibt es erstaunlich, dass man ihn im Anschluss daran sogleich auf Leben und Werk der großen dänischen Schriftstellerin Karen Blixen angesetzt hat. Deren Bücher sind subtil, dramatisch, extravagant, kapriziös und verraten profunde Kenntnis der männlichen und weiblichen Gefühlswelten – Qualitäten, die man bei Gregory Dean vermisst.

Was umso mehr auffällt, als Blixen selbst ja längst ein historischer VIP ist, durch zahlreiche Biografien und Filme verklärt, allen voran Sydney Pollacks «Jenseits von Afrika» von 1985 – mit Meryl Streep, Klaus Maria Brandauer als Ehemann und Robert Redford als Liebhaber Denys Finch-Hatton der nach Kenia ausgewanderten Schriftstellerin. Neue Filmprojekte sind in Planung, doch Karen Blixens Originalschriften liest heute kaum noch jemand – und wenn doch, dann im Licht der aktuellen Postkolonialismus-Kritik.

Die Autorin Karen Blixen würdigt Gregory Dean kaum, nur eine einzige und recht abgedroschene Bewegungssequenz verweist auf ihre schriftstellerische Tätigkeit: Während Martin ...

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Tanz Februar 2020
Rubrik: Kritik, Seite 48
von Charlotte Christensen