CD, DVD, Buch 4/19

CD des Monats: Aschenbrödel

Partizipation war 1898 noch ein Fremdwort. Praktiziert hat sie damals einer, von dem man das am wenigsten erwarten sollte: Johann Strauß. Er wünschte sich ein Libretto für ein geplantes Ballett, und das wurde auch gefunden; in Form eines Preisausschreibens. 718 Einsendungen wurden von einer Kommission begutachtet. Ein Text entsprach mehr oder weniger den Vorstellungen des Komponisten von einer zeitgemäßen, modern aufbereiteten Handlung: «Aschenbrödel», nicht als Märchen erzählt, sondern verlegt ins Mode-Milieu um die Jahrhundertwende.

Der Walzerkönig machte sich also an die Arbeit, verstarb aber wenige Monate später, ohne das dreiaktige Werk vollenden zu können. Dieser Aufgabe unterzog sich Josef Bayer, selbst renommierter Ballettkomponist, anhand vorliegender Partiturseiten und Skizzen.

Die Uraufführung 1901 in Berlin war ein Riesenerfolg, entsprach aber nicht ganz dem Original. Wie das sich angehört haben könnte, lässt sich jetzt auf einer Einspielung des ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Leitung von Ernst Theis ahnen, der die rekonstruierte Urfassung von Michael Rot zugrunde liegt: walzerselig, ohne jemals eintönig zu werden, leichtfüßig, ...

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Tanz April 2019
Rubrik: Medien, Seite 56
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