CD, DVD, Buch 2/19

CD des Monats: Ballet Royal de la nuit

Ein «Tango der Füchse» findet sich nicht im Original. Den hat Francesca Lattuada als Einlage für die «Comédie muette d’Amphitrion» hinzuerfunden, die im Zentrum der zweiten Nachtwache steht. Die Choreografin rekonstruiert nicht das Bühnengeschehen des «Ballet Royal de la Nuit», das am 23. Februar 1653 erstmals im Saal des Petit Bourbon zu Paris zu sehen war.

Das überlieferte Libretto Isaac de Benserades liefert ihr allenfalls die Richtlinien eines Traumgeschehens, die sie für ein paar Vorstellungen im Théâtre de Caen weniger tänzerisch, dafür aber vor allem bewegt-bildkräftig und zeitgenössisch füllt.

Rekonstruiert hat die Komposi-tion dieses Grand Ballet der Musikologe Sébastien Daucé, und die lässt sich in der Deluxe-Edition wahlweise auf einer DVD oder auf drei CDs hören: als Politpropaganda der musikalischen Art, bei der bekanntlich das Entree des Königs in Gestalt der Sonne anscheinend finsteren Zeiten ein Ende setzt. Ludwig XIV. war zum Zeitpunkt der Uraufführung gerade mal 15 Jahre alt und als Herrscher keineswegs unangefochten. Der geborene Tänzer, legitimiert er mit dem «Ballet Royal de la Nuit» nicht nur nebenbei die eigene ...

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Tanz Februar 2019
Rubrik: Medien, Seite 56
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