Breaking good

Auch wenn nicht ganz Großbritannien vor Freude aus dem Häuschen ist: Dass Breaking zur olympischen Disziplin wird, bringt Tanz und Sport voran, findet Graham Watts

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Mit der Aufnahme von Breaking ins Programm der diesjährigen Olympischen Spiele von Paris hat erstmals ein Tanzsport Eingang in die Reihen der olympischen Wettkampfdisziplinen gefunden.

Ursprünglich als «Breakdance» firmierend, gilt dieser Begriff inzwischen als veraltet, wie einer der führenden Vertreter der Szene, DJ Renegade, erst vor Kurzem in einem Interview mit dem «Time Magazine» klarstellte: «Wer von Breakdancing redet, ist kein richtiger Breaker!»

Die offizielle Geschichte des Tanzsports geht auf die Gründung der Fédération Internationale de Danse pour Amateurs (FIDA) im Jahr 1935 zurück. Als «New Kid on the Block» hat es nun ausgerechnet das Breaking als erste Tanzdisziplin ins olympische Pantheon geschafft – nicht etwa die Standard- und Lateinamerikanischen Tänze, die bereits 2008 und 2012 hart aber vergeblich für ihre Anerkennung als Olympische Disziplin gekämpft hatten. Die historische Chance mag freilich eine einmalige bleiben: Breaking ist nicht ins Programm der Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles aufgenommen worden, was schon deswegen wie ein ironischer Seitenhieb anmutet, als gerade Los Angeles mit dem Aufkommen des Westcoast-Hip-Hop in den 1980er-Jahren ...

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Tanz Juli 2024
Rubrik: Breaking Olympia, Seite 67
von Graham Watts

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