boyzie cekwana...
Es gibt Künstler, die plötzlich von der Bildfläche verschwinden, sich wie in einen Kokon zurückgezogen haben und irgendwann unerwartet wieder von der Bühne grüßen, mit neuem Stil und neuen Ideen. Ist die Persönlichkeit stark genug, springen die Produzenten von einst wieder an, die Türen der Theater und Festivals öffnen sich erneut. Für Jérôme Bel lief das so, mit Christoph Schlingensief, und auch bei Ea Sola war es so. Doch niemand blieb so lang verschollen wie Boyzie Cekwana aus Südafrika.
Drei Jahre lang sah man in Europa nichts von ihm.
War ihm die Inspiration ausgegangen? Nein, er hatte ganz einfach Besseres zu tun, als seine Performances in Serie zu produzieren. Und wo versteckte er sich? «Größtenteils in Mosambik, Madagaskar und im Kongo, um die Arbeit der Künstler in diesen Regionen besser kennenzulernen. Denn in Afrika wird inzwischen viel gute Kunst gemacht, die sich auf die eigene Gesellschaft bezieht. Vom Know-how, das die Künstler dort angesammelt haben, sollten wir profitieren.» Nicht nur setzt Cekwana darauf, dass zum Beispiel in Madagaskar derzeit eine neue Generation von Choreografen heranwächst, die Spannendes zu bieten haben. Auch er selbst vollzog den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«pitie!» von alain platel
Seine choreografierte Interpretation zu Bachs «Matthäuspassion» tourte bis in den Kongo, in die Heimat des Countertenors Serge Kakudji. Hier endete letztes Jahr das Leidenswerk Jesu – pathetischer Schlussakkord einer Choreografie, bei der Kakudji die Rolle des schwarzen Jesus sang und nun vom Glück erzählt, an ihn auch glauben zu dürfen....
Newcomer: Felix Landerer
Ein im Alltagstrott erstarrtes Paar. Am Boden bewegt beginnt Felix Landerer sein Duett «Suits». Der Schrei der Frau bringt den Mann auf Trab. In Rage. Reißt Jacketts von den Schaufensterpuppen, ein Kampftanz beginnt um die Liebe zwischen Aggression und Anziehung. Doppelsinnig ist der Titel, er bedeutet «Anzüge», das «passt!». Was den beiden...
In diesem Buch über Meg Stuarts Schaffensprozess zu blättern, das ist wie das Wühlen in einer Schatztruhe oder eine Fahrt ins Blaue. Man sollte besser nichts Bestimmtes suchen, sondern Zeit mitbringen. Man huldige dem Sich-Verlieren, wie es Stuart ihren Tänzern nahelegt: «Oft sage ich ihnen: Dein Körper gehört nicht zu dir. Diese Idee ermutigt sie, ihre...
