Bobbi Jene Smith, Or Schraiber «PIT»

Paris

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Die Bühne im Pariser Palais Garnier ist eine Schräge, wie zu barocken und klassischen Ballettzeiten üblich. Doch normalerweise vergisst der Zuschauer die fünf Prozent Gefälle, und nur die Tänzer klagen über Balanceprobleme. In «Pit» aber scheint der Tanzboden direkt in den Orchestergraben abzugleiten. Der ist ein Schlund, ein Abgrund, ein «Pit» der Bühne und der Seele.

Das Wort «Pit» hat vielerlei Bedeutungen, erklären Bobbi Jene Smith und Or Schraiber – und die drei Buchstaben führen quasi durch das Stück.

So, wenn der Violinist Petteri Iivonen per Leiter aus dem Orchestergraben auf die Bühne steigt und dort seine Soli aus Jean Sibelius’ Violinkonzert in d-Moll op. 47 spielt, manchmal bedrängt von einer Tänzerin. Oder wenn das schicke Partyvolk sich in einen Trauerzug verwandelt und voll Wut und Erde ein Begräbnisritual vollzieht – denn ein «Pit» ist laut Smith auch ein Sammelgrab. Da thront mitten auf der Bühne ein Podest von enormen Ausmaßen, eine Art Massenkatafalk, auf dem sich intime und kollektive Leidenschaften zwischen Erotik und Gewalt gerade noch im Zaum halten.

Das Choreografenpaar, das zusammen in Ohad Naharins Kompanie Batsheva tanzte und dessen Gaga-Technik ...

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Tanz Mai 2023
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Thomas Hahn

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