Besitz 2.0

Innovative Tanzbühne oder Krypto-Hype, der auch die Bewegungskünste kolonisiert? Über Non-Fungible Token und Tanz

Stars tun es und Sternchen ebenfalls. Natalia Osipova, einst Aushängeschild des Bolschoi und inzwischen Frontfrau des Royal Ballet London, brachte im November letzten Jahres drei kleine Tanzstücke als NFT heraus. Non-Fungible Token sind mittels kryptografischer Verfahren erstellte digitale Zertifikate, die unteilbar, aber handelbar sind, die eindeutig auf einen Eigentümer verweisen und mit einer Datei oder einem physischen Gegenstand verbunden sein können. Dieses Objekt kann ein Kunstwerk sein oder auch ein Tanzfilm.

In Osipovas Fall handelt es sich um zwei Sequenzen aus dem Ballett «Giselle» sowie das Duett «Left Behind» mit ihrem Partner Jason Kittelberger. Die drei Filme fanden über die Auktionsplattform «Bonhams» laut moneycontrol.com für etwa 60 000 Britische Pfund pro Stück neue Besitzer*innen.

Osipova erreichte damit immerhin einen Achtungserfolg, wenn auch nicht solche Sensationspreise wie der Digitalkünstler Mike Winkelmann aka Beeple – dessen als JPEG produziertes Werk «Everydays. The First 5000 Days» im Februar 2021 bei Christie’s für 69,3 Millionen Dollar versteigert wurde. Aber ihrem erklärten Ziel, dem Aufbau einer eigenen Company, kommt Osipova mit dem Gesamterlös ...

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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Vermessung des Tanzes, Seite 57
von Tom Mustroph

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