Begüm Erciyas

Tennisbälle tanzen im Licht einer Black Box. Wie leicht das aussieht. Und dann noch die Courage, Fantasie, Geduld und Konstruktionslust aufbringen, die Idee so zu verwirklichen, dass sie buchstäblich durchschlägt. Für die studierte Molekularbiologin (wie Xavier Le Roy): ein Klacks. Tennisballleicht ist das. 
 

Die an der Salzburg Experimental Academy of Dance ausgebildete «DanceWeb»-Stipendiatin und auf Schloss Solitude geförderte Choreografin und Tänzerin sagt nüchtern: «Ich interessiere mich für den Zufall, der das Ergebnis bestimmt.

» Scheint, als habe sie es mit Merce Cunningham. Sicherlich aber mit dem Zufallsgenerator William Forysthe. «Eines der Themen, das mehr und mehr in meinen Stücken erscheint, ist die Vermeidung von kompositorischen Entscheidungen», sagt sie. «Ich interessiere mich für Einschränkungen, die Handlung erzeugen können, und: In vielen meiner Arbeiten brauche ich ein Element, das die Autonomie des Körpers verhindert.» Was schon für ihr Stück «left» gelten mag, trifft nun hundertprozentig auf «Ping Pong» zu. Diese Klang-und-Raum-Installation für mehrere hundert Tennisbälle und zwei meist unsichtbare Tänzer hat sie als Abschlussprojekt ihrer Residenz auf ...

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Tanz Juni 2010
Rubrik: Menschen: Newcomer, Seite 24
von Klaus Witzeling

Vergriffen
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