Annabelle Lopez Ochoa, Hans van Manen, Mthuthuzeli November «Saiten/Sprünge»
Eine wilde Rose, barfuß und mit offenem Haar, tanzt inmitten tiefrot wirbelnder Röcke von der Liebe. Mit seiner balanchinesken Virtuosität hängt «Requiem for a Rose» von Annabelle Lopez Ochoa zu sehr an der Form, um wirklich tiefe Emotionen zu ergründen. Streichermusik in Kammerbesetzung setzt bei «Saiten/Sprünge» das Motto, ein Seitensprung ist der fein austarierte Abend deshalb, weil die Karlsruher Noch-Chefin Bridget Breiner nichts beigesteuert hat.
In «Water Me» weint Mthuthuzeli November um die sterbende Erde, zum Schluss fällt Schnee.
Aus tiefem Schlaf erwacht eine Gruppe regenbogenbunter Kreaturen, geht ins tiefe Plié, reckt die Hände rhythmisch nach oben. Die einzige Uraufführung des Programms fusioniert Ahnungen afrikanischen Tanzes mit Spitzenschuhen, erhebt die Kreise des Stammestanzes zu klassischer Form und ritualisierte Losgelöstheit zu Gruppenüberwältigung à la Crystal Pite. Yann Seabra hat Kostümkunstwerke mit Flossen, Federn und filigranen Flügeln entworfen, Fantasie-Figuren zwischen Einhorn und Aquaman. Der Tanz ist hier nur ein Teil des Gesamtkunstwerkes, die Botschaft von der Natur, die sich gegen den Beton durchsetzt, übermitteln Musik, Optik, Licht, ...
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Tanz Juli 2024
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Angela Reinhardt
Modern und zugleich voller archaischer Energie ist die «Sacre»-Neuinterpretation des italienischen Künstler*innen-Kollektivs Dewey Dell. Die Gruppe, seit 2006 zwischen Cesena und Berlin aktiv, wurde von Vito Matera und den drei aus einer Tanzfamilie stammenden Geschwistern Teodora, Agata und Demetrio Castellucci gegründet und zählt längst zu den...
Wir kennen sie, jene Tänzerinnen und Tänzer, die sich vom ersten Schritt an in unsere Herzen tanzen. Sie springen mit der Kraft eines Flohs und der Eleganz eines Pumas. Sie wirbeln wie eine rasende Spindel über die Bühne und strahlen bis hinter die dicksten Säulen des Zuschauerraums. Thibault Lac springt nicht, und er strahlt nicht. Und in die Herzen der...
Hamburg
ANTJE PFUNDTNER IN GESELLSCHAFT «OH, A VISITOR!»
Juliana Oliveira, Antje Pfundtner und Matthew Rogers singen: «Hätt’ ich dich heut erwartet, hätt’ ich Kuchen da.» Aber bald wird aus dem Kinderlied ein Rap, «There’s not enough cake!» Was man so auch über die freie Tanzszene Hamburgs sagen könnte. Pfundtner ist in dieser notorisch unterfinanzierten Szene in...
