Angelin Preljocaj «Requiem(s)»

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Schicksalsschläge! Geliebte Angehörige oder Freunde gehen von dannen und hinterlassen eine große Leere. Aber Trauer muss nicht immer und nicht ausschließlich schwermütig daherkommen, sie kann sich auch in Dankbarkeit für das Empfangene, in Helligkeit und sogar in Freude und Energie, in Zusammenkunft zwischen den Hinterbliebenen, in Wut gegenüber der Conditio Humana ausdrücken, so Angelin Preljocaj. Er wollte überhaupt schon seit Längerem ein Requiem als einen seiner «Vorwände zum Tanzen» heranziehen – als solche bezeichnet er hin und wieder Musiken und Themen seiner Stücke.

Vor Kurzem noch hatte er Vorlesungen von Gilles Deleuze auf die Gitarrenriffs von Jimi Hendrix prallen lassen («Deleuze/Hendrix», 2021) und danach eine Art Almanach der Mythologien der Menschheit vertanzt («Mythologies», 2022).

Das neue Thema ergab sich dann wie von selbst, auf tragische Weise: 2023 verstarben nacheinander Preljocajs Eltern und mehrere gute Freunde. Ist es da möglich, das Thema Trauer so dialektisch anzugehen wie zuvor die Pop-Philosophie? Was hilft, ist ein Blick in die Welt. «In Teilen Indonesiens gräbt man die Toten jedes Jahr wieder aus, bekleidet sie und setzt sie an den Esstisch, eine ...

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Tanz Juli 2024
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Thomas Hahn

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