André Gingras: «Oxygen 8»
Um Lachgas handelt es sich nicht, obwohl den Tänzern zu Beginn von «Oxygen 8» sehr zum Lachen zumute ist. Unter dem Namen firmiert vielmehr ein «Synth-Action-Keyboard mit 25 anschlagdynamischen Tasten und USB-MIDI-Interface», das nach Auskunft des Herstellers «für ungeahnte Mobilität in der Musikszene» gesorgt hat. Dass man damit auch berauschende Wirkungen erzielen kann, scheint erst Jürgen De Blonde, Komponist aus Eeklo, Belgien, entdeckt zu haben: Das Testpublikum im Bielefelder Theaterlabor geriet am Ende ganz aus dem Häuschen.
Am Sauerstoff, Nummer acht im Periodensystem der Elemente, kann es kaum gelegen haben, wenn auf der Bühne zehn Akteure immer wieder in Ekstase geraten. Das neue Stück des kanadischen Choreografen erschöpft sich nicht in einer Hyperventilation, selbst wenn sie bei einigen Tänzern geradezu hysterische Lachanfälle auslöst.
André Gingras untersucht in «Oxygen 8» lieber die «dynamische Bandbreite» der Ekstase. Sie reiche «von den intimen und kleinen Vergnügen unserer fünf Sinne bis hin zu mehr umfassenden oder extremen Erfahrungen». Zu den intimeren zählt der Orgasmus eines Paares, den Dirk Kazmierczak – «Eine stöhnende Frau wird immer wieder gern gesehen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wir wären gern drin, mittendrin. Denn drinnen geht’s ab: Die Menschen grölen, jubeln, lachen. Eine E-Gitarre jault. Ein Mann (er muss ein Star sein!) redet mit dem Publikum, das auf jedes seiner Worte enthusiastisch reagiert. Man meint die schweiß- und bühnennebel-getränkte Luft zu atmen, sieht sich selbst im bläulichen Licht des Konzertraums in der unruhigen Menge...
In den wohlhabenden Vororten von Johannesburg fährt man gern den silbergrauen Hyundai SUV. Auf der anderen Seite der Stadt, in den Townships, bevorzugt man weiße Minibusse. Der Choreograf Sello Pesa fährt einen schwarzen VW-Käfer. Ein ungewöhnliches Auto für eine südafrikanische Großstadt. Doch der kleine Käfer führt auch ein ungewöhnliches Leben. Abends parkt er...
Was nicht zu beweisen ist. Denn es stimmt. Ebenso, dass in acht Jahren aus dem Tanzquartier Wien, tqw genannt, das Modell eines Anti-Theaters entstand, von dem sich stimmig sagen lässt: «Tanz ist denkbarer als schön». Schuld daran ist Sigrid Gareis, die sich vom 24. bis zum 26. Juni mit Schlachtplatte, einem Buch und einer heftigen Party ins Leben einer Solistin...
