AnaÏs Chalendard

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In dieser Spielzeit zeigte die Erste Solistin des Balletts Karlsruhe wieder eine neue Facette ihres unerhört reichen schauspielerischen Könnens. Terence Kohler ließ sie in seiner Neufassung von Marius Petipas «La Bayadère» nicht die Titelrolle der Tempeltänzerin tanzen, sondern ihre so schöne wie verdorbene Gegenspielerin Gamsatti.

Von Chalendards tänzerischem Können mal ganz abgesehen – wenn das nicht bei einer so traumhaft sicheren und ätherisch schwebenden Ballerina absurd wäre! – , besticht sie in dieser schwierigen Rolle, indem sie die Entwicklung von der verwöhnten Tochter eines übermäßig reichen Paschas in eine vor unerwiderter Leidenschaft, Eifersucht und Unglück rasende Liebende, die keinen Ausweg als den Tod sieht, atemberaubend verkörpert. Schon in Kohlers «Anna Karenina» erreichte ihre überraschende und anrührende Gestaltung der Titelrolle eine seelische Tiefe und Kraft, wie sie selten auf Bühnen zu sehen ist.
Die physisch sehr zarte Tänzerin, die schwört, dass sie viel isst und nur die körperliche Arbeit sie so schmal macht, lebt zurückgezogen mit ihrem Freund in einem Haus in Frankreich. Sie wurde 1981 geboren und in Roanne und Marseille ausgebildet. Nach Engagements ...

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Tanz Jahrbuch 2007
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 114
von Wiebke Hüster

Vergriffen
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