Adrienne Hód «Harmonia»
Eine Probe. Die Tänzer*innen sind im Raum verteilt, zwei massieren sich, eine macht Dehnübungen, und eine probiert Figuren zu einem Online-Tutorial, Plié, Relevé, Contretemps. Nicht schlecht, was Yanel Barbeito da performt. Aber: Sie entspricht nicht dem Bild einer Tänzerin, die klassische Bewegungen vollführt. Barbeito hat eine sichtbare Behinderung, eine Zerebralparese, die ihre Muskelanspannungen krampfen und den Stand unsicher werden lässt. Und doch: Was sie macht, ist hochästhetisch.
Adrienn Hód hat für ihre zweite Bremer Arbeit «Harmonia» ein mixedabled Ensemble gecastet: Die festen Tänzer*innen der Bremer Kompanie Unusual Symptoms werden verstärkt durch Performer*innen mit mal mehr, mal weniger offensichtlicher Behinderung. Florent Devlesaver sitzt im Rollstuhl, Carolin Hartmann lebt mit einer chronischen Nervenerkrankung, Leisa Prowd ist kleinwüchsig, insgesamt zehn Künstler*innen mit und ohne Behinderung begegnen sich hier. Ein Wermutstropfen bei dieser divers zusammengestellten Gruppe ist freilich, dass auf der Bühne zwar unterschiedlichste Körper zu sehen sind, im künstlerischen Leitungsteam, von Choreografin Hód über Ausstatterin Anna Lena Grote bis zu Musiker Ábris ...
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Tanz April 2022
Rubrik: Kalender, Seite 43
von Falk Schreiber
Ralf Dörnen, Sie sind seit 1997 Ballettdirektor am Theater Vorpommern, im August letzten Jahres übernahmen Sie auch dessen Intendanz. Was hat sich für Sie dadurch verändert?
Vieles ist für mich neu. Vor allem muss ich lernen, wie man mit Behörden umgeht, mit Politikern: Das ist schon eine andere Dimension meiner Arbeit. Da muss man manchmal sehr viel Geduld...
Ist das nun der dritte, vierte oder fünfte Stock? Die Besucherin weiß es nicht zu sagen, obwohl sie gerade erst aus dem Aufzug steigt. Die Architektur ist verwirrend, lauter im Zickzackmuster angelegte Korridore und Fensterfronten, unterbrochen von flächigem Sichtbeton. Das Ziel ist ein unspektakuläres Büro: Schreibtisch, Bücherregal, Ledercouch. Ein Arbeits-,...
Von wegen Sommerfrische und bunte Herbstfarben – diese «Vier Jahreszeiten» führen zum Weltuntergang, wir sehen den Klimawandel und dystopische Bilder auf einer fast durchweg dunklen Bühne, Eiseskälte wallt herein. Es dauert tatsächlich bis zum Winter, dem vierten der «Quattro stagioni»-Konzerte von Antonio Vivaldi, bis sich Tänzer zu Duos oder Trios zusammenfinden,...
