Abwesende Körper
Mit Rabih Mroué, Omar Rajeh und Arkadi Zaides haben wir drei Künstler aus dem Libanon und Israel nach ihren Strategien künstlerischen Handelns gefragt. Vor dem Hintergrund der Konfliktlinien im Nahen Osten und den Debatten in Deutschland und Europa zu Antisemitismus, Kolonialismus und Rassismus nehmen sie radikal individuelle, kritische Positionen ein, die uns helfen, jenseits von ideologisch geprägten unverrückbaren Standpunkten Wege der Reflexion und Kommunikation zu finden.
Nur in der Differenzierung von individuellen Positionen erschließt sich ein Blick auf eine kosmopolitisch geprägte Gesellschaft, die durch die Identitätsdiskurse von Religion, Ethnie oder Nationalismus das Potenzial eines offenen Gesellschaftmodells verliert. Exemplarisch verweigern sich alle drei Künstler einer orientalisierenden, fremdbestimmten Definition. Dabei wird deutlich, dass Europa und vor allem Deutschland gut daran täten, eigene Perspektiven zu reflektieren und neue Debattenräume zu eröffnen.
Zu Beginn ein Bild: Der Nachtclub «B 018» im Hafengebiet von Beirut, errichtet über der ehemaligen Quarantäne-Station aus der französischen Protektoratszeit. 1975, als der libanesische Bürgerkrieg begann, ...
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Tanz Juni 2024
Rubrik: Positionen, Seite 52
von Johannes Odenthal
CD des Monats
DANIEL-FRANÇOIS-ESPRIT AUBER
Haydée: Klar, an wen man da denkt, wenn man in dieser Zeitschrift ihren Namen liest. Dass Daniel-François-Esprit Auber unter diesem Titel 1847 eine Opéra comique komponiert hat, ist längst vergessen, obwohl gerade dieses Werk neben «Fra Diavolo» und «Die Stumme von Portici» mit knapp 500 Aufführungen zu seinen...
Eigentlich dachte man ja, Sasha Waltz (links) hätte schon jeden Preis bekommen, der in der Tanzwelt zu vergeben ist. Aber nein – der «Deutsche Tanzpreis» ging an der Berliner Choreografin immer vorbei. Bis jetzt. Am 12. Oktober nämlich verleiht der Dachverband Tanz Waltz den Preis im Rahmen einer Gala im Essener Aalto-Theater, «für ihre internationale Strahlkraft,...
Achtzigmal schlagen vier Männer mit vier Kilo schweren Hämmern auf eine Stahlplatte am Boden: ohrenbetäubend. Das gleißende Licht einer Scheinwerferreihe blendet wie Glut in Hochöfen. Susanne Linkes legendäres Werk «Ruhr-Ort» von 1991 macht den harten Arbeitsalltag der Berg- und Stahlarbeiter körperlich ahnbar: Linke will die Maloche darstellen. «Ruhr-Ort» ist...
