Abschied: ivan Sertic´

Natürlich wusste Arno Wüstenhöfer, was er tat. 1971 ließ sich der damalige Generalintendant der Wuppertaler Bühnen von Gerhard Becker «Aktionen für Tänzer» komponieren, die nicht nur den hauseigenen Ballettchef Ivan Sertić inspirieren sollten, sondern im Rahmen der Vorstellung auch das Essener Folkwang Ballett. Der Vergleich fiel, wie von Wüstenhöfer erhofft, zugunsten der noch nahezu unbekannten Pina Bausch aus. Ihr Engagement stand  danach außer Frage.

 

Sertić hatte dagegen das Nachsehen.

In Zagreb und in Paris, London und Moskau klassisch ausgebildet, entwickelte er sich am Nationaltheater seiner Heimatstadt zu einem persönlichkeitsstarken Solisten, den Tatjana Gsovsky alsbald nach Frankfurt/Main holte. Über Ballettmeisterpositionen in Lübeck und Heidelberg kam er schließlich nach Wuppertal, wo er sich als respektabler, wenn auch nicht revolutionär gebärdender Choreograf profilierte, der immerhin als Erster das «Concert pour violoncelle et orchestre»­ von Bernd Alois Zimmermann interpretierte. Von Kurt Pscherer ans Münchner Gärtnerplatztheater geholt, sicherte er von 1973 bis 1985 nicht nur das Ballett als eigenständige Sparte. Er wagte sich auch mit einer Neuinterpretation von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2020
Rubrik: Side Step, Seite 15
von Hartmut Regitz