86B210
Aus großen Städten kommen große Talente. Klingt einleuchtend. Ginge es danach, müssten Fumie Suzuki und Keiko Igushi mitten aus Tokio stammen. Und sie tun es tatsächlich, auch wenn sie inzwischen versuchen, über Paris in Europa Fuß zu fassen. 86B210, der Name ihrer Kompanie, klingt wie ein Geheimcode. Die zwei Japanerinnen verfügen inzwischen über ein stattliches Repertoire packender Duos. Ihre Mischung aus Tanztheater, Performance, Mime und Butoh ist unverwechselbar. Das liegt auch an ihren Charakteren.
Die animalisch-magische Suzuki und die sanftere Igushi, deren Haar fast bis zum Boden reicht, bilden einen Kontrast, so markant wie bei berühmten Paaren der Kunstgeschichte. Sobald sie die Bühne betreten, fällt ein Bannstrahl auf das Publikum. Immer wieder setzen sie sich thematisch mit den Schattenseiten der modernen Produktionsgesellschaft auseinander. Doch nie werden sie didaktisch, sondern bedienen sich allein künstlerischer Mittel. Und wie! Ihre Körpersprache kreiert fesselnde, verblüffende Bilder, so schlicht wie tief greifend. Ihre Figuren entnehmen sie dem Alltag, und durch Abstraktion verleihen sie ihnen die Kraft des Mythos. So kann selbst, wer bisher kaum über die ...
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Meg Stuart accomplished an extraordinary “tour de force” this year, presenting three new shows, working with different people each time. It is remarkable that she can do this without “using” her dancers in the old-fashioned way – as a means to an end, i. e. as people who perform what she has in mind. On the contrary, in all of these three pieces different aspects...
Die tödlichen Krater neben dem Haus des Choreografen sind längst wieder zugeschüttet, und nichts erinnert daran, dass hier vor kaum einem Jahr libanesische Raketen einschlugen. Wenn Rami Be’er durch die grüne, nach Blumen und leichtem Moder duftende Stille des Kibbutz Ga’aton zu dem abgenutzten Trainingssaal geht, geht er wie durch ein Ferienidyll, ein...
Da ich nicht weiß, inwieweit ich von der Kenntnis meiner Inszenierungsarbeit ausgehen kann, vor allem der Arbeit vor 1990, möchte ich zuallererst sagen: Ich befand mich in der Notsituation, mir einen bestimmten, wenn auch sehr wichtigen Aspekt meiner künstlerischen Arbeit – den Umgang mit dem Faktum ZEIT – so stark ins Bewusstsein zu heben, dass ich schon Angst...
