Alles muss sich ändern

Alexander Neef leitet seit Saisonbeginn die Pariser Oper und hat reichlich Baustellen vorgefunden. Wie er mit den Herausforderungen umgeht, schildert er im Gespräch mit Marc Zitzmann

Sind Sie fantasiebegabt, Herr Neef? Hätten Sie sich noch widrigere Begleitumstände für Ihren Amtsantritt ausmalen können?
Imagination zu besitzen, ist fast schon eine Überlebensbedingung in der gegenwärtigen Situation. Aber man kann sich nicht aussuchen, unter welchen Umständen man eine neue Arbeitsstelle antritt. Zudem hat jeder Theaterleiter auf der Welt zurzeit dieselben Probleme. Das macht es womöglich leichter, als wenn nur die Pariser Nationaloper in der Krise steckte.

Sie waren seit Ende Juli 2019 «directeur préfigurateur» und hätten regulär am 1. August 2021 Generaldirektor des Hauses werden sollen. Doch dann bat man Sie kurzfristig, schon elf Monate früher das Ruder zu übernehmen. Wird dann auch das Ende Ihres Mandats entsprechend vorgezogen?
Das wüsste ich auch gern. Niemand konnte es mir bis jetzt sagen. Aber ich habe ja noch fünfeinhalb Jahre Zeit, um es herauszufinden.

Ihr Amtsvorgänger Stéphane Lissner ist kurz nach Beginn des erstenLockdowns in Frankreich und 16 Monate vor dem regulären Ende seines Mandats, in die Leitung des Teatro San Carlo in Neapel gewechselt. Am 11. Juni erfuhren die Mitarbeiter der Nationaloper aus der Presse, dass Lissner in Paris vorzeitig ...

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Tanz Februar 2021
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Marc Zitzmann

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