Explosiv

Im Ghetto verwurzelt, weltweit verbreitet: Krump ist ganz einfach Kult.

Die Wiege des vergleichsweise jungen Tanzstils «Krump», der als Teildisziplin dem riesigen Genre Street Dance zugerechnet werden kann, steht in der afro-amerikanischen Gemeinde South Central in Los Angeles. Ebendort riefen die beiden Tänzer Ceasare «Tight Eyez» Willis und Jo‘Artis «Big Mijo» Ratti den Style Anfang der 2000er-Jahre ins Leben.

Aufgrund seiner Entstehung innerhalb eines von Rassismus und wirtschaftlicher Diskriminierung geprägten Milieus lässt sich Krump als kommunikative Ausdruckskunst verstehen, die sich dem Community Building und der Rückeroberung emotionaler und performativer Macht verschrieben hat. Dem Tanzstil wird ein ungewöhnlich hohes Maß an Freiheit, roher Ausdruckskraft und physischer Explosivität attestiert. Emotionalität und Expression stehen dabei in bewusster Opposition zu all jenen Tanzformen, die ihre Technik oder Funktion allein durch choreografierte Bewegung transportieren. Krump ist ein Statement der Jugend und zugleich eine Alternative zur Teilnahme am organisierten Gang Life der Straße: Krumper bilden quasi eine eigene soziale Gruppe inklusive familienähnlicher Strukturen zur gegenseitigen Unterstützung. Die Tanzform kann sich – nach nunmehr 20 ...

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Tanz Januar 2021
Rubrik: Praxis, Seite 54
von Nora Amin

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