Von Händel bis Copland...

... und demnächst sogar an den Broadway: Bilanz und Zukunft des Glimmerglass Opera Festivals

Mit Michael MacLeods fünftem und letztem Sommer als Künstlerischer Leiter des Glimmerglass Opernfestivals ging eine rundum erfreuliche Saison zu Ende. Daran wird sich seine Nachfolgerin Francesca Zambello zu messen haben. Natürlich will die in den USA viel beschäftigte Regisseurin eigene Akzente setzen: Für 2011 hat sie bereits angekündigt, den gewohnten Mix um musical comedies à la Broadway, vielleicht sogar um Stücke aus dem Sprechtheater anzureichern.

Unter MacLeod ist die «Wirtschaftlichkeit» des Produktionsbetriebs stets groß geschrieben worden.

So auch in diesem Jahr. Die Glimmerglass-Bühne hatte Donald Eastman so klug und so flexibel konzipiert, dass sie gleich vier denkbar verschiedene Inszenierungen aufnehmen konnte. Die nordamerikanische Premiere von Händels «Tolomeo» (1728) sowie eine mit den Young Artists des Festivals realisierte Deutung von «The Tender Land» (1953), Aaron Coplands einziger abendfüllender Oper, profitierten überdies von einem bestechend suggestiven Lichtdesign, für das Robert Wierzel, eines der kreativsten Mitglieder der Glimmerglass-«Familie», verantwortlich zeichnete.

Der musikalisch mitreißende «Tolomeo», den Händel einst Senesino, Cuzzoni und der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2010
Rubrik: Magazin, Seite 78
von David Shengold

Vergriffen
Weitere Beiträge
Carmen für alle

Schinznach-Dorf ist ein Ort im Aargau mit 1200 Einwohnern, nicht weit von Zürich entfernt, in der Nähe der deutschen Grenze gelegen, umgeben von Hügeln und Weinbergen. Die Idee, in dieser verschlafenen Idylle ein Opernfestival ins Leben zu rufen, erscheint aberwitzig. Der Tenor Peter Bernhard, der dort wohnt, hatte sie trotzdem und setzte über Jahre hinweg alles...

Tanz mit dem Tod

Dass der Tod ein Wiener ist, wissen wir spätestens seit Georg Kreisler. Aber eine wienerische Italienerin? Regisseur Tobias Kratzer vollbringt diesen Spagat, indem er die Intrigantin Annina als weiblichen Tod auftreten lässt, und macht gleichzeitig ihren Partner Valzacchi zu einer allegorischen Verkörperung der Zeit – zwei Figuren aus dem Umkreis des...

Im Blick der Kamera

Neben ihrem dokumentarischen Wert besitzen DVD-Aufzeichnungen von Opernproduktionen eine Korrektivfunktion: Während in der Hochspannung des Premierenabends das musikalische Ergebnis oft unter den Möglichkeiten der Beteiligten bleibt, kommt die meist aus mehreren Folgeabenden zusammengeschnittene DVD dem erhofften Ideal weit näher. Missglückte Spitzentöne und...