Schlager und Raritäten

Macerata, Bizet: Carmen / Puccini: Tosca / Rossi: Cleopatra / Tutino: The Servant

Auch wenn die ursprünglich für das diesjährige Festival in Macerata geplanten Neuproduktionen von Verdis «Attila» und Hindemiths «Neues vom Tage» aus finanziellen Gründen gestrichen bzw. verschoben werden mussten, war die 44. Saison in der Arena Sferisterio (den Bau hat man Mitte des 19. Jahrhunderts als Sta­dion für eine lokale Variante des Pelota-Spiels errichtet) doch ein durchschlagender Publikumserfolg.

Dabei setzen die Veranstalter in Macerata keineswegs nur auf Mainstream-Angebote – trotz einer einhundert Meter breiten Bühne, die Regisseure wie Bühnenbildner vor schier unlösbare Probleme stellt. Die Akustik freilich ist exzellent, und selbst nach einer unlängst aus Sicherheitsgründen erwirkten Reduzierung der Sitzplätze finden immer noch respektable 2500 Zuschauer in der Arena Platz. «Carmen» und «Tosca» waren in diesem Sommer nahezu ausverkauft – kein schlechtes Ergebnis angesichts des Umstands, dass die beiden für Open-Air-Aufführungen prädestinierten Hits in diesem Jahr auch in Verona auf dem Spielplan standen.
Mit der neuen «Carmen» lieferte Dante Ferretti seine erste Opernregie ab. Ferretti zählt zu den meistgefragten Ausstattern der Filmbranche: Neunmal war er für einen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele II, Seite 55
von Carlo Vitali

Vergriffen
Weitere Beiträge
Utopisch vergnügt

Kennt man nicht, will man nicht

Von Glanz und Elend des Operettenbetriebs

Die Operette lebt, weil sie unsterblich ist. Oder?» Das sagte einmal ein nicht ganz unwichtiger Komponist der «Heiteren Muse», Robert Stolz. Und gab damit die Antwort auf einen Wiener Miesepeter namens Hans Weigel, der in den sechziger Jahren glaubte, das Ende der Operette konstatieren zu...

Bis zur Weißglut

Wenn Don Giovanni etwas Luziferisches hat, wenn er jenes weiß glühende Feuer verbreitet, an dem man sich nur verbrennen kann, so hat Elke Neidhardt diesen Charakterzug in ihrer Inszenierung von Mozarts Meisterwerk an der Oper in Sydney genau getroffen. Besonders das Finale (ohne das atavistische, moralintriefende Sextett) beeindruckt: In der Spitze des sich nach...

Schotten ohne Schotter

Geiz ist doch geil! Bei seiner Inszenierung von François Boieldieus «Die weiße Dame» spart Axel Köhler ein Drittel der schottischen Schauerkomödie – und tut damit das einzig Richtige. Um die 1825 uraufgeführte opéra comique für das Publikum von 2008 zu retten, muss man rigoros in Libretto und Partitur eingreifen. Also ersetzt der als Countertenor wie Regisseur...