Kulissenzauber
Fast alle europäischen Hafenstädte haben ihre seit den siebziger Jahren aufgegebenen und zunehmend verfallenden Areale in Wassernähe als Raum für die Stadterneuerung entdeckt: Die Docklands in Londons Osten beispielsweise sind zum wichtigsten Finanzzentrum Englands aufgestiegen, die Hamburger HafenCity erwies sich als das bedeutendste urbanistische Reformprojekt der hanseatischen Metropole seit Generationen. Auch Dublin hat das Potenzial einer Gegend erkannt, wo ehedem Schiffe be- und entladen wurden.
Die irische Hauptstadt, die bis zur jüngsten Immobilien- und Finanzkrise einen rasanten Aufschwung erlebt hatte, hofft darauf, dass die alten Docklands zu einem städtebaulichen Magneten werden. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das sogenannte Performing Arts Centre at Grand Canal Square, an dem derzeit gebaut wird. Entworfen hat den Komplex der in Deutschland spätestens seit Fertigstellung seines Jüdischen Museums in Berlin allseits bekannte Architekt Daniel Libeskind aus New York.
Typische Merkmale Libeskind’scher Baukunst finden sich auch in dem Dubliner Theaterbau wieder – etwa die kantige Form des Baukörpers oder die unregelmäßig geschlitzten Metallfassaden. Die architektonisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auch wenn man diese «Parsifal»-Inszenierung zum zweiten Mal erlebt, kann nur ein Bruchteil der ständig flutenden Bilder im Gedächtnis bleiben. Die Zeitreise von der Uraufführung 1882 bis in Adenauers Bundestag ist klarer geworden (sie ist in diesem Jahr durch Flüchtlinge ergänzt, die nach «Ich sah ihn und lachte...» von NS-Soldaten weggeführt werden). Doch sie...
Selten hat ein belletristisches Buch in der Musikgeschichte mehr Aufsehen erregt als Thomas Manns im amerikanischen Exil entstandener Roman «Doktor Faustus». Auch wer den Lübecker Senatorensohn und seine «Bügelfaltenprosa» (so neidisch, aber nicht ganz unzutreffend Alfred Döblin) für literarisch überschätzt hält, muss konzedieren, dass ihm mit der Erfindung des...
Die Szenerie war imposant. Die Wiener Philharmoniker füllten in voller Breite die Felsenreitschule, links hoch oben thronte die Schlagwerk-Gruppe auf einem gesonderten Podest. Rechts hing eine riesige Video-Wand mit grauweißer Grundmusterung, darunter war der Chor, die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor, postiert. Links hinten erstreckten sich sechs oder...
