Trauermarsch für eine Magd
Man hockt aufeinander in Bad Wildbad. Es ist eng im Tal, durch das sich die Enz geräuschvoll schlängelt. Was die Nachbarn plaudern, auf den Restaurantterrassen, den Parkwegen – man bekommt es mit. Und das ist häufig eine mehr als nur gediegene Kenntnis in Sachen Rossini. Man muss nicht gleich vom Bayreuth der Rossinianer reden. Aber es ist etwas dran am Klein-Pesaro im Nordschwarzwald, an der deutschen Rossini-Zentrale.
Jahr für Jahr erneuert sich auch der Generaleindruck: Das Zwei-Wochen-Festival «Rossini in Wildbad» profiliert sich vor allem musikalisch.
Und das auch dank der alert reagierenden Virtuosi Brunensis, einem Kammer-Mix der beiden Brünner Orchester. In der «Diebischen Elster» erreicht Ryuichiro Sonoda mit dem Ensemble einen hohen Grad an blitzblanker Akkuratesse. Die marschiert allerdings auch im populären Ouvertüren-Hit schon in allzu militärischem Stechschritt und atmet eine Spur zu wenig von jenem frei ausschwingenden Charme, mit denen Antonino Fogliani den Buffa-Trubel des «Signor Bruschino» auf Trab brachte.
Sonodas Nachdruck in «La gazza ladra» erhärtet freilich auch, wie politisch der Komponist argumentieren konnte. Wenn ein zeitgenössischer Kritiker ihm ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit einer Aufführung von Donizettis Opera buffa «Viva, la mamma!», in der die Sitten und Unsitten des Theaterbetriebs ins Visier genommen werden, beendeten die ersten sechs Stipendiaten der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung erfolgreich ihre Ausbildung am Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden. Die beiden israelischen Sopranistinnen Gal James und Enas...
Was die Frage der schnellen «Parsifal»-Tempi betrifft, liegt Gustav Kuhn sicher richtig. Wagner wollte einen durchweg flüssigen Duktus für sein Bühnenweihfestspiel. Kein Pathos, keine bis an die Grenzen der Spielbarkeit (Atem der Bläser!) getriebenes Stillstehen der Zeit. Insofern ist die Initiative aus Erl zu begrüßen: «Parsifal» auf nur drei CDs. Trotzdem fragt...
Im Paradies passierte seinerzeit offenbar auch noch allerlei, nachdem Adam und Eva in die Welt hinaus getrieben worden waren. Ein Ort für fantastische Geschichten ist der Garten Eden allemal. Ein Journalist und ein Pilot müssen im Paradies notlanden, finden sich dort unter berühmten Tieren wieder. Die Taube aus Noahs Arche, die Forelle von Franz Schubert, natürlich...
