Zürich, Rimsky- Korsakow: Die Zarenbraut
Warum «Die Zarenbraut»? Weil der Komponist sie seinem Sohn gegenüber als sein gelungenstes Werk bezeichnete? Weil Rimsky-Korsakow im bunten Repertoire des Zürcher Opernhauses noch fehlt? Da gäbe es faszinierendere Alternativen!
«Die Zarenbraut» ist eine überaus herkömmliche Nummernoper, deren angeblich lyrischer Charakter sich mehr auf die Eigenpropagierung des Komponisten stützt, als dass er nachweislich zum Ausdruck käme. Zugegeben, dies allein spricht noch lange nicht gegen das Stück.
Und selbst von den dramatischen Schwächen der Oper, dem eigenwilligen Durcheinander von Staatsaktion, Machtgehabe, Intrigenspiel und Tragödie zweier Frauen, die beide am Ende Opfer von patriarchalischen Machtstrukturen werden, könnte noch abgesehen werden. «Die Zarenbraut» ist ja beileibe nicht das einzige Stück der Operngeschichte, in dem ein Konglomerat an Motiven und Vielecksgeschichten zusammengezwungen worden ist. Die Voraussetzungen, damit sich Rimsky-Korsakows «Zarenbraut» angesichts der Fülle von schlagkräftigeren (gerade russischen) Werken auch nach einhundert Jahren noch behaupten kann, lauten: musikalisch höchste Qualität der Arien und Ensembles und ein Inszenierungskonzept, das das ...
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