Kooperation oder Okkupation?
Die europäische Aristokratie war die Geburtshelferin der Oper. Ohne Fürsten und Könige, die Operntheater errichteten und Aufführungen finanzierten, hätte die Gattung wohl kaum jenen Aufschwung genommen, der ihr im 17. und 18. Jahrhundert zuteil wurde. Jeder Fürst, der etwas auf sich hielt, hatte sein eigenes Theater, in dem natürlich auch Oper gespielt wurde. Dass die Förderer der Künste damit zudem die Aufmerksamkeit auf sich selbst steigerten, war eine wichtige, für manche sogar die wichtigste Motivation.
Seit jeher übt Oper, die pompöseste aller Kunstformen, eine besondere Anziehung auf jene Förderer aus, die mit ihren Zuwendungen auch die eigene Sache ins rechte Rampenlicht rücken wollen. Das war im Barockzeitalter so, und das ist auch heute noch so: Je mehr die öffentliche Hand die Mittel für die Operntheater in Deutschland zurückfährt, desto stärker sind Sponsoren gefragt, die helfen, Finanzierungslücken zu schließen. Und die Sponsoren erwarten für ihre Mildtätigkeit natürlich Gegenleistungen – in Form von Publicity.
Um das Fünffache habe die Bayerische Staatsoper in München ihre Sponsoringeinnahmen in den vergangenen vier Jahren steigern können, vermeldet das Theater ...
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«Mozart war einer jener Denker und Bürger, die sich intensive Gedanken über das ‹nächste› Europa machten (...) Wo Mozart aufhörte, beginnen wir», sagte Regisseur Peter Sellars in einer Pressekonferenz Ende November in Wien, bei der er das ambitionierte Gesamtprogramm des Festivals «New Crowned Hope» (14. November bis 13. Dezember 2006) vorstellte. Das Budget,...
Frau Rosenberg, als Sie 2001 als Intendantin in San Francisco antraten, hatten Sie hoch gesteckte Ziele und wollten das Publikum sowohl mit einer Menge dort unbekannter Musik als auch mit Regietheater europäischer Prägung konfrontieren. Wie viel davon konnten Sie verwirklichen?
Ich denke, ich habe etwa die Hälfte von dem erreicht, was ich wollte. Ich habe, milde...
Wie schon im «Rheingold» stellt Christine Mielitz bei ihrer «Walküren»-Deutung die Abrechnung mit den Überirdischen, auf die Richard Wagner das irdische Versagen menschlicher Beziehungen und Verflechtungen projiziert, in den Mittelpunkt. Mielitz’ entlarvende Regie ist politisch und gesellschaftlich klar auf heute bezogen. Manches gelingt ihr befreiend und...
