Manon, Werther & Agitprop

Mit einer neuen DVD-Reihe dokumentiert Arthaus Opernproduktionen aus deutschen Stadt- und Staatstheatern

Die Opernproduktionen deutscher Stadttheater sind flüchtige Güter: Nach oft nicht mal einem Dutzend Vorstellungen verschwinden sie schon wieder vom Spielplan, und während in Italien jede vom Repertoire­wert auch nur halbwegs interessante Produktion ein williges Piratenlabel findet, blieb von den ambitionierten Entdeckungen und Neuinterpretationen hiesiger Opernhäuser bisher nur Schall und Rauch.

Die neue DVD-Reihe, die Arthaus jetzt mit Mitschnitten deutscher Bühnen gestartet hat, füllt mithin nicht nur eine Marktlücke, sondern führt endlich die in der Fachpresse oft gepriesenen Leistungen aus der deutschen Opernprovinz einem überregionalen Publikum vor Augen und Ohren. Denn es sind nicht die ganz großen Häuser, sondern die oft mutigeren mittelgroßen Bühnen, denen das Augenmerk der Arthaus-Produzenten gilt: Als nächste Veröffentlichungen sind «Tristan» und «Hänsel und Gretel» aus Dessau und der «Ring» des Weimarer Nationaltheaters angekündigt – der für Frühjahr 2009 vorgesehene «Tannhäuser» aus Baden-Baden läuft da schon fast außer Konkurrenz.
Aus dem jetzt vorliegenden ersten Schub ist die «Manon Lescaut» aus dem Opernhaus Chemnitz musikalisch sicher die beachtlichs­te Produktion. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 31
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Alcinas Wunderreich

Turmhohe Silberhaarperücke, Ballgarderobe, freundliches Lächeln. So stellte man sich Händels Alcina vor, als Joan Sutherland die Rolle mit ihrem Gatten Richard Bonynge am Pult des London Symphony Orchestra auf Schallplatte verewigte. Ein halbes Leben liegt das nun schon zurück, doch noch immer schaut die Alcina der Grand Old Lady des Koloraturgesangs voll...

Wie lange halten Countertenöre?

Zwei Stücke aus der Hohen Messe, zwei aus der Johannes-, drei aus der Matthäus-Passion, eine Handvoll Kantaten-Arien: David Daniels’ Bach-Recital «Sacred Arias & Cantatas» ist gewöhnungsbedürftig. Vor allem, weil die Dramaturgie der CD Fragen aufwirft. Auf das kontemplative «Qui sedes» folgt das «Agnus Dei», dessen g-moll-Depression keinen Sinn macht ohne den...

Heute wären sie Stars

In den Zeiten, als es noch wenige große Labels gab, deren Platten den Markt inhaltlich bestimmten, musste er es schwer haben: Gianni Raimondi war zwischen New York, Wien und Mailand ein viel gefragter Sänger. Platten gemacht hat er wenige. Das lag zum einen daran, dass seine Stimme zwar (wie geübte Ohren selbst an den Piratenmitschnitten hören können) perfekten...